Mach deine Nesselsucht zur Nebensache
Der Gesprächskompass hilft dir, beim Arzttermin über deine chronische spontane Urtikaria und ihre Auswirkungen zu sprechen.
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Der Gesprächskompass hilft dir, beim Arzttermin über deine chronische spontane Urtikaria und ihre Auswirkungen zu sprechen.
Die Erkrankung beeinflusst den Alltag
Das starke Jucken kann dazu führen, dass du nachts schlecht schläfst und dich tagsüber schlecht konzentrieren kannst. Die unvermittelt auftretenden Hautsymptome können sich massiv auf dein Privat- und Berufsleben auswirken, denn sie verunsichern dich. Sind die Belastungen zu stark, ziehst du dich unter Umständen mehr und mehr zurück. Mach deine Nesselsucht zur Nebensache: Sprich mit deinem Behandlungsteam über verschiedene Therapieoptionen – für mehr Lebensqualität sowie einen freien und selbstbestimmten Alltag.
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Eine hohe Lebensqualität? Für die meisten Menschen bedeutet das, dass sie so leben können, wie sie es sich wünschen. Dazu gehören beruflicher Erfolg, ein gewisser Wohlstand, Selbstverwirklichung, Zeit für Familie, Freund*innen, Hobbys – und vor allen anderen Dingen: Gesundheit.1
Denn das körperliche und psychische Befinden hat wohl den größten Einfluss auf unser tägliches Leben.
Menschen mit chronischer Urtikaria leiden unter – meist heftigem – Jucken. Oft tagelang. Und besonders in der Nacht. Das ist zwar nicht lebensbedrohlich, aber in manchen Fällen beeinträchtigt Nesselsucht die Lebensqualität massiv.
Wie stark schränkt die Erkrankung den Alltag ein? Lässt sich die individuelle Lebensqualität messen?
Wie schwer die körperlichen Beschwerden sind und wie erfolgreich sie therapiert werden, messen Ärzt*innen mithilfe verschiedener Tests:
Der Dermatologische Lebensqualitäts-Index (DLQI) misst die Auswirkungen von chronischen Hauterkrankungen wie Urtikaria auf die Psyche und die Lebensqualität aus der Sicht von Patient*innen. Es handelt sich also um ein subjektives Messinstrument. Fachleute empfehlen, die Beeinträchtigung der Lebensqualität bei Patient*innen mit chronischer spontaner Urtikaria mit Hilfe des Fragebogens zur Lebensqualität bei chronischer Urtikaria (CUQ2oL) zu ermitteln.4
Die Ergebnisse dieser Tests helfen den Ärzt*innen dabei, die Schwere der Erkrankung exakter zu bestimmen und – bei regelmäßigen Messwiederholungen – auch den Erfolg einer Behandlung zu dokumentieren.
Wenn du an einer chronischen Urtikaria erkrankt bist, hast du regelmäßig rötlich-erhabene Hautausschläge (Quaddeln) und oft auch tiefe, schmerzhafte Angioödeme, die Augenlider, Lippen oder Hände anschwellen lassen. Mit dem Symptom-Tracker im Gesprächskompass erfasst du den Verlauf der Hautveränderungen und Einschränkungen strukturiert für den nächsten Termin mit deinem Behandlungsteam. Nutze diese Grundlage, um aktiv über weitere Therapieoptionen zu sprechen – besonders dann, wenn deine Urtikaria noch nicht ausreichend kontrolliert ist.
Spürst du, dass deine Symptome trotz Antihistaminika weiter bestehen und deinen Alltag noch immer stark belasten? Dann bring das aktiv zur Sprache. Schildere deinem*deiner Ärzt*in konkret, wie sich die Erkrankung auf deinen Schlaf, deine Stimmung und deine Lebensqualität auswirkt. Denn es kann weitere Behandlungsoptionen geben – und gemeinsam lässt sich der nächste Schritt in deiner Therapie planen.6 Der Gesprächskompass hilft dir dabei, dich auf das Arztgespräch vorzubereiten.
Besonders belastend empfinden viele Menschen mit Nesselsucht die Quaddeln, die mit einem starken Jucken und Brennen einhergehen. Das ständige Kratzverlangen kann das Berufsleben beeinträchtigen. Nachts fällt das Schlafen schwer, am Tag macht sich der Schlafmangel bemerkbar. Da die Beschwerden meist urplötzlich auftreten, lassen sich Termine nicht immer einhalten und Aktivitäten nicht verlässlich planen.
Für das Privat- und Berufsleben ergeben sich daraus negative Folgen: Die Urtikaria beeinträchtigt das Wohlbefinden, Sozial- und Familienleben sowie alltägliche Aktivitäten.5
Depressionen und Angstattacken sind typische psychische Begleiterkrankungen der Nesselsucht.6 Viele Lebenssituationen stellen für Menschen, die unter Nesselsucht leiden, eine echte Herausforderung dar – zum Beispiel soziale Kontakte, etwa zu Freund*innen und Arbeitskolleg*innen, aber auch die Beziehung zum*zur Partner*in.
Isolation und Einsamkeit können die Folge einer chronischen Nesselsucht sein. Damit es nicht dazu kommt, sollten Menschen mit Nesselsucht und Angehörige, Partner*in und Freund*innen miteinander offen über die Auswirkungen der Erkrankung sprechen.
Wenn deine Lebensqualität durch die Nesselsucht derart beeinträchtigt ist, sprich mit deinem*deiner Ärzt*in darüber, welche zusätzlichen Behandlungsschritte möglich sind und ob eventuell eine Psychotherapie für dich infrage kommt. Nutze unseren Gesprächskompass als Unterstützung, um dich optimal auf den Austausch mit deinem Behandlungsteam vorzubereiten.
Auch in einer Beziehung können die Nesselsucht-Symptome zu einer Belastungsprobe werden. Gerade im intimen Kontakt kommt es womöglich zu Schamgefühlen und Ängsten – die Betroffenen fühlen sich unwohl in ihrer Haut, sind unter Umständen berührungsempfindlich und meiden den Körperkontakt mit dem*der Partner*in.
Auf der anderen Seite sind auch die Partner*innen der Betroffenen oft verunsichert und manchmal überfordert mit dem Befinden der an Nesselsucht erkrankten Person.
Diese Aspekte beeinträchtigen die Partnerschaft und eine eventuelle Familienplanung. Hier hilft nur das offene Gespräch, um Vorurteile, Schamgefühle und Unwohlsein im Kontakt mit dem*der Partner*in zu vermeiden.
Wie können Angehörige ihre Liebsten bei einer chronischen Erkrankung bestmöglich unterstützen? In dieser Podcastfolge berichten die Betroffene Melitta und ihr Mann Marcel von ihrem gemeinsamen Weg mit Melittas chronischer Nesselsucht. Sie geben Tipps für andere Paare und verraten, wie sie zusammen die vermeintliche Schwäche in Stärke verwandelt haben.
Weil Nesselsucht deine Lebensqualität so stark beeinträchtigen kann, heißt das oberste Therapieziel Symptomfreiheit. Dafür gibt es immer mehr Behandlungsmöglichkeiten – es lohnt sich auch für Betroffene, denen bisherige Therapien nicht geholfen haben, sich von einem*einer auf Nesselsucht spezialisierten Hautärzt*in beraten zu lassen.
Fühlt sich dein Leben trotz bestehender Behandlung noch nicht wirklich unbeschwert an? Trau dich, diese Einschränkungen beim nächsten Termin mit deinem*deiner Hautärzt*in zu schildern. Sie dienen als Orientierung, um weitere Therapieoptionen zu besprechen und deine Versorgung optimal an deine Bedürfnisse anzupassen.
Urtikaria ist eine systemische, den ganzen Körper betreffende Krankheit mit Hautsymptomen. Insbesondere bei den chronischen Formen ist daher die Behandlung in einer spezialisierten Praxis oder einem Exzellenzzentrum ratsam. Mit der Arztsuche kannst du eine Einrichtung in deiner Nähe finden.
Das starke Jucken führt häufig zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen und Stress im Alltag. Die plötzlich auftretenden Hautveränderungen schaffen Unsicherheit und können dazu führen, dass Betroffene sich zunehmend von ihrem sozialen Umfeld zurückziehen. Termine und Aktivitäten lassen sich oft nicht verlässlich planen. Wenn du trotz deiner aktuellen Behandlung noch Beschwerden spürst, ist das ein wichtiges Signal, das Aufmerksamkeit verdient. Sprich offen mit deinem Behandlungsteam darüber, ob es Therapieoptionen gibt, die möglicherweise besser zu dir passen. Mit Unterstützung des Gesprächskompasses bereitest du dich strukturiert und einfach auf diesen Austausch vor.
Ja, Depressionen und Angstattacken treten bei Nesselsucht häufig als Begleiterkrankungen auf. Die psychische Belastung durch die Erkrankung ist vergleichbar mit den Auswirkungen schwerer Herzerkrankungen.
Sprich offen mit deinem*deiner Ärzt*in über zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten, besonders wenn bisherige Therapien nicht ausreichend geholfen haben. Der Gesprächskompass unterstützt dich bei der Vorbereitung auf den Termin mit deinem Behandlungsteam. Eine Praxis in deiner Nähe findest du mit der Facharztsuche. Auch der ehrliche Austausch mit Partner*in, Familie und Freund*innen über die Auswirkungen der Erkrankung ist wichtig, um Isolation zu vermeiden.
Ja, Ärzt*innen verwenden spezielle Messinstrumente, um die Auswirkungen auf die Lebensqualität zu erfassen. Der Dermatologische Lebensqualitäts-Index (DLQI) misst aus Patientensicht, wie sich die Nesselsucht auf Psyche und Lebensqualität auswirkt. Auch der Fragebogen zur Lebensqualität bei chronischer Urtikaria (CUQ2oL) kann zum Einsatz kommen. Zusätzlich gibt es den Urtikaria-Aktivitätsscore (UAS7) und den Urtikariakontrolltest (UCT), mit denen die Krankheitsaktivität und die Kontrolle der Erkrankung gemessen werden. Diese Tests helfen Ärzt*innen, die Schwere der Erkrankung genauer einzuschätzen und den Behandlungserfolg bei regelmäßigen Wiederholungen zu dokumentieren.
Ja, sowohl das Berufs- als auch das Privatleben kann negativ beeinflusst werden. Im beruflichen Bereich sind womöglich Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit betroffen, während in Partnerschaften Schamgefühle, Berührungsempfindlichkeit und gegenseitige Verunsicherung auftreten können. Wenn deine Nesselsucht dich im Alltag zurückhält, sag es deinem Behandlungsteam offen und frag nach weiteren Therapiemöglichkeiten. Mit dem Gesprächskompass bereitest du dich optimal auf diesen Austausch vor.
Ratgeber bei chronischer spontaner Urtikaria.
Hier findest du die passende Hautarztpraxis.
Überprüfe interaktiv deine Symptome.
Schlafprobleme beeinträchtigen den Alltag.
Quellen:
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