Shared Decision Making
Gemeinsam entscheiden bei Akne inversa, Psoriasis und Urtikaria
Die gemeinsame Entscheidungsfindung, auch Shared Decision Making (SDM) genannt, gilt als Goldstandard in der medizinischen Beratung1 und ist auch bei Hauterkrankungen sinnvoll.2 Und es sollte längst zur guten medizinischen Praxis gehören:3Schon seit 2013 schreibt das Patientenrechtegesetz vor, dass Ärzt*innen umfassend über Behandlungsmöglichkeiten informieren und Entscheidungen gemeinsam mit den Patient*innen treffen sollen.4
Was ist Shared Decision Making?
Shared Decision Making bedeutet, dass du medizinische Entscheidungen gemeinsam mit deinen Ärzt*innen triffst. Dabei bringen beide Seiten ihr Wissen ein:
- Deine Ärzt*innen beraten dich verständlich über alle Behandlungsmöglichkeiten, die in deiner Situation infrage kommen.
- Du selbst weißt, was dir wichtig ist, und bringst deine Wünsche, Vorstellungen und persönlichen Lebensumstände ein.
Bei SDM geht es darum, auch deine persönlichen Prioritäten einzubeziehen: Familie, Beruf, Freizeit oder bestimmte Bedürfnisse. Keine Sorge, du triffst die Wahl nicht allein, sondern wirst so unterstützt, dass du dich sicher in der Entscheidung fühlen kannst. DeinBehandlungsteam begleitet dich dabei, Informationen zu verstehen, Fragen zu klären und Möglichkeiten abzuwägen. Ziel ist die informierte Entscheidung für eine Behandlung, die medizinisch sinnvoll ist und gut zu deinem Leben passt.
Wenn du mehr zu den Behandlungsoptionen der drei Hauterkrankungen wissen möchtest, informiere dich hier über die Therapie von Akne inversa, Psoriasis oder Urtikaria.
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Deine passende Facharztpraxis finden
Es ist wichtig, dass Patient*innen zu Fachärzt*innen gehen, bei denen sie sich von Beginn an gut aufgehoben, beraten und behandelt fühlen. Das gilt insbesondere bei chronischen Erkrankungen wie Psoriasis, Akne inversa und manchen Formen der Urtikaria, die eine dauerhafte fachärztliche Begleitung erfordern.
Du bist noch auf der Suche nach einer Facharztpraxis? Um Fachärzt*innen zu finden, nutze die Suche: Gib einfach deine Postleitzahl oder deinen Wohnort ein und lass dir Praxen in deiner Nähe anzeigen, die sich auf deine Erkrankung spezialisiert haben.
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Patient*in
Was ist mir wichtig?
Ärzt*in
Was ist medizinisch sinnvoll?
ASK3: Die drei wichtigsten Fragen für das Behandlungsgespräch
Drei Fragen können dir nachweislich helfen, im Gespräch mit deinen Ärzt*innen genau die Informationen zu bekommen, die du für deine Entscheidung brauchst: die sogenannte ASK3-Methode.5 Diese Fragen sind:6
- Welche Möglichkeiten habe ich (inklusive Abwarten und Beobachten)?
- Was sind die Vorteile und Nachteile jeder dieser Möglichkeiten?
- Wie wahrscheinlich ist es, dass diese Vorteile und Nachteile bei mir auftreten?
Wenn du diese drei Fragen stellst, wird das Gespräch klarer strukturiert und du bist anschließend besser informiert. Die gemeinsame Verständigung auf eine Behandlung kann den Therapieverlauf verbessern und ein gutes Vertrauensverhältnis schaffen. Scheue dich also nicht, nachzufragen, wenn du etwas nicht verstehst, und nimm aktiv am Gespräch mit deinen Ärzt*innen teil.
Akne inversa – von der Diagnose zur Akzeptanz
Was ist eigentlich Shared Decision Making und warum spielt es bei der Behandlung von Akne inversa eine entscheidende Rolle? In dieser Podcastfolge berichten die beiden Betroffenen Moritz und Rabea, wie sie zu Expert*innen für ihre eigene Krankheit geworden sind. Sie erzählen von ihrem Weg zur Akzeptanz und geben Tipps zum Empowerment (Selbstbestimmung).
Wie läuft SDM ab?
Je strukturierter das Gespräch mit deinen Ärzt*innen verläuft, desto besser klappt SDM. Dafür gibt es einen klaren Ablauf:
SDM in 6 Schritten
- Was ist das Ziel des Gesprächs?
- Warum ist deine Beteiligung an der Entscheidung wichtig?
- Welche Therapieoptionen gibt es und welche Vor- und Nachteile haben sie?
- Was erwartest du von der Behandlung, welche Bedürfnisse hast du?
- Entscheidung: Welche Behandlung wird gewählt?
- Planung: Wie geht es jetzt weiter?7
Akne inversa: Mit Therapietreue durch den Alltag
Akne inversa verläuft oft in Schüben: Schmerzhafte und ruhigere Phasen können aufeinanderfolgen. In dieser Podcastfolge besprechen der Betroffene Moritz und Experte Dr. Schenck die Behandlungsmöglichkeiten bei Akne inversa, warum sich Therapietreue auch in Phasen ohne Schub lohnt und wie es Moritz gelingt, im Alltag dranzubleiben.
Was sind medizinische Entscheidungshilfen?
Wer gut informiert ist und nachfragt, kann besser mitentscheiden. Medizinische Entscheidungshilfen liefern verständliches und verlässliches Wissen, um gemeinsam mit deinen Ärzt*innen informiert entscheiden zu können. Sie unterstützen dich dabei, abzuwägen, welche Behandlung am besten zu dir und deiner Lebenssituation passt. Dafür bieten sie:8
- eine neutrale und vollständige Übersicht über alle Behandlungsmöglichkeiten (auch die Möglichkeit, nichts zu tun und abzuwarten)
- die Darstellung von Vorteilen und Nachteilen jeder Möglichkeit
- neutrale, aktuelle und wissenschaftlich belegte Informationen aus nachvollziehbaren Quellen und Studien
- eine verständliche Sprache, in der alle Fachbegriffe erklärt werden
- ergänzende Infografiken, Videos oder andere anschauliche Formate
Beispiele seriöser Anbieter von Entscheidungshilfen sind SHARE TO CARE und das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
SDM: Aktive Teilhabe
Wie kannst du bei deiner Behandlung aktiv mitentscheiden? In diesem Video erklärt die Dermatologin Sophia Neisinger, warum ihr Shared Decision Making so wichtig ist. Die Nesselsucht-Patientin Clara gibt Tipps, wie du dich gut auf dein Arztgespräch vorbereiten kannst. Schau dir das Video an, wenn du mehr erfahren möchtest.
Wichtig: Eine Entscheidungshilfe ersetzt nicht das Gespräch mit deinen Ärzt*innen. Sie unterstützt dich dabei, dich gut vorzubereiten, Prioritäten abzuwägen und gezielte Fragen zu stellen.
Vorbereitung auf das Arztgespräch
Weitere Informationen und Hilfestellungen, wie du dich gut auf das ärztliche Gespräch bei bestimmten Hauterkrankungen vorbereiten kannst, findest du außerdem hier:
Was bringt dir SDM?
Am Anfang mag es ungewohnt sein, selbst mitzuentscheiden. Vielleicht möchtest du, dass deine Ärzt*innen die Entscheidungen für dich treffen. Doch niemand kennt dein Leben so gut wie du selbst. Wenn du dich aktiv beteiligst und deine Vorstellungen einbringst, findest dugemeinsam mit deinen Ärzt*innen den Weg, der am besten zu dir passt.
Deine Stimme zählt
Studien zeigen klare Vorteile, wenn du dich an der Entscheidung beteiligst:1,9
- Du bist besser über die Behandlungsoptionen informiert und verstehst deine Chancen und Risiken besser.
- Entscheidungshilfen erleichtern es dir, auf Augenhöhe mit deinen Ärzt*innen zu sprechen und gemeinsam zu entscheiden.
- Du kannst deine persönlichen Werte und Prioritäten bei der Entscheidung klarer abwägen und stehst stärker hinter der getroffenen Entscheidung.
- Die Behandlung passt besser zu deinem Leben und du kommst besser mit ihr klar.
- Du bist mit der Behandlung zufriedener und bleibst eher dran.
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Das bedeutet für dich: Mit SDM kannst du sicherer entscheiden und bist zufriedener mit der Behandlung.
Therapietreue
Für einen nachhaltigen Therapieerfolg ist bei chronischen Hauterkrankungen auch die Therapietreue (Adhärenz) entscheidend. Erfahre mehr über das Teamwork mit deinem Behandlungsteam bei Akne inversa, Psoriasis und Urtikaria.
Doktor Schenck erklärt: Was ist Therapietreue?
Bei einer chronischen Krankheit ist es für einen nachhaltigen Therapieerfolg entscheidend, die Behandlung konsequent durchzuführen. Erfahre in diesem Clip, welche Vorteile dir die Therapietreue bei der Behandlung deiner Akne inversa bringt. Informationen zum Umgang mit Nebenwirkungen entnimm bitte der Gebrauchsinformation des von dir angewendeten Präparates oder frage dein Behandlungsteam.
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Was bedeutet Shared Decision Making?
Shared Decision Making (SDM) ist ein gemeinsamer Entscheidungsprozess zwischen dir und deinem Behandlungsteam. Dabei bringt die ärztliche Seite ihr medizinisches Fachwissen ein, während du deine persönlichen Prioritäten, Lebensumstände und Wünsche beisteuern kannst. Das Ziel ist eine informierte Behandlungswahl, die sowohl medizinisch sinnvoll ist als auch gut zu deinem Alltag passt.
Welche Vorteile bringt dir Shared Decision Making?
Mithilfe von Shared Decision Making (SDM) verstehst du deine Behandlungsoptionen sowie deren Chancen und Risiken besser und kannst dadurch sicherer entscheiden. Weil die gewählte Therapie besser zu deinem Leben passt, bist du damit häufig zufriedener und hältst sie eher langfristig durch. Studien zeigen, dass Patient*innen durch aktive Beteiligung stärker hinter ihrer Entscheidung stehen.
Wie ist der Ablauf bei Shared Decision Making?
Das strukturierte Gespräch beginnt mit der Klärung des Gesprächsziels und der Bedeutung deiner Beteiligung. Anschließend werden alle Behandlungsoptionen mit ihren Vor- und Nachteilen besprochen, bevor deine persönlichen Erwartungen und Bedürfnisse einbezogen werden. Gemeinsam mit deinem Behandlungsteam triffst du dann eine Entscheidung und legst den weiteren Behandlungsplan fest. Wenn du noch auf der Suche nach einer Facharztpraxis oder -klinik bist, nutze die Arztsuche und finde Spezialist*innen in deiner Nähe.
Welche drei Fragen helfen dir bei der Therapieentscheidung?
Die sogenannte ASK3-Methode strukturiert das Arztgespräch durch drei zentrale Fragen: Welche Behandlungsoptionen gibt es (inklusive Abwarten)? Was sind ihre jeweiligen Vor- und Nachteile? Wie wahrscheinlich treten diese bei dir persönlich auf?
Ersetzen medizinische Entscheidungshilfen das Arztgespräch?
Nein, Entscheidungshilfen ersetzen nicht das ärztliche Gespräch, sondern ergänzen es sinnvoll. Sie helfen dir, dich gut vorzubereiten, deine Prioritäten zu durchdenken und gezielte Fragen zu formulieren. Mit diesem Vorwissen kannst du dann im Gespräch besser auf Augenhöhe mitentscheiden. Im Downloadbereich findest du hilfreiche Materialien, die dir bei der Vorbereitung auf dein nächstes Arztgespräch helfen können.
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Quellen:
- SHARE TO CARE. Gemeinsam entscheiden. https://share-to-care.de/ (zuletzt aufgerufen am 02.07.2026).
- Morrison T, et al. JAMA Dermatol. 2021;157(3):330-337. doi.org/0.1001/jamadermatol.2020.5362 (zuletzt aufgerufen am 02.07.2026).
- Geiger F, et al. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2026;69(2):151-157. doi.org/10.1007/s00103-025-04176-5. (zuletzt aufgerufen am 02.07.2026).
- Bundesministerium für Gesundheit. Patientenrechte. www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/patientenrechte/patientenrechte (zuletzt aufgerufen am 02.07.2026).
- Lindig A, et al. Health Expect. 2020;23(5):1310-1325. doi.org/10.1111/hex.13114 (zuletzt aufgerufen am 02.07.2026).
- SHARE TO CARE. Drei Fragen. share-to-care.de/assets/dokumente/share_to_care_3_fragen_handkarte.pdf (zuletzt aufgerufen am 02.07.2026).
- SHARE TO CARE. Shared Decision Making in 6 Schritten. share-to-care.de/assets/dokumente/share_to_care_sdm_in_6_schritten_aerzte.pdf (zuletzt aufgerufen am 02.07.2026).
- Lenz, M, et al. Dtsch Arztebl Int 2012;109(22-23):401-8. doi.org/10.3238/arztebl.2012.0401 (zuletzt aufgerufen am 02.07.2026).
- Stacey D, et al. Cochrane Database of Systematic Reviews 2024,1(CD001431). doi.org/10.1002/14651858.CD001431.pub6 (zuletzt aufgerufen am 02.07.2026).