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Zahlen, Fakten & Auswirkungen
der Schuppenflechte

Zahlen, Fakten und Auswirkungen

Wann Schuppenflechte am häufigsten auftritt...

Obwohl die Schuppenflechte bereits in den Aufzeichnungen des Hippokrates (460 v. Chr.) und auch in der Bibel beschrieben wird, ist sie für die Medizin eine junge Krankheit. Erst 1860 grenzte der Österreichische Arzt Ferdinand von Hebra die Psoriasis deutlich von der Lepra ab. Mit den Jahrhunderte alten Vorurteilen gegenüber der Krankheit kämpfen die Betroffenen allerdings bis heute.

Illustration Häufigkeit Schuppenflechte Deutschlandkarte

Neueste Erhebungen weisen darauf hin, dass inzwischen über zwei Millionen Menschen in Deutschland an der Schuppenflechte leiden.3,4

Illustration Häufigkeit Schuppenflechte Weltkugel

Damit zählt Psoriasis zu den häufigsten, chronischen Erkrankungen der Haut. Weltweit sind über 125 Millionen Menschen betroffen. 

Psoriasis tritt bei Frauen und Männer fast gleich häufig auf – und prinzipiell auch fast in jedem Lebensalter. Normalerweise kommt es zur Erstmanifestation allerdings erst nach der Pubertät.3 In über 50 Prozent der Fälle beginnt die Psoriasis im Alter zwischen dem 15. und 25. Geburtstag.1 Ein weiterer, kleinerer Anstieg beim Auftreten der Erkrankung liegt zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.3

Illustration Häufigkeit Schuppenflechte nach Geschlecht

Die Psoriasis wird charakterisiert durch entzündliche Prozesse, bei denen verschiedene Botenstoffe, wie der Tumornekrosefaktor (TNF) oder die Interleukine 12, 23 und 17, nachweislich eine wichtige Rolle spielen.
Psoriasis ist also nicht nur eine Erkrankung der Haut. Viele Patienten eint, dass mindestens eine Begleiterkrankung vorliegt wie Übergewicht, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Bluthochdruck, Gefäßverkalkung, Zuckerkrankheit oder Depression.4

Illustration Auswirkungen Schuppenflechte auf Partnerschaft

Weitreichende Auswirkungen

Warum Psoriasis den ganzen Körper trifft...

Psoriasis betrifft zwar primär die Haut,  ist aber in den aller seltensten Fällen nur eine Erkrankung der Haut. In 84,6 Prozent ist sie mit Begleiterkrankungen verbunden. So leiden Psoriasis-Patienten etwa zwei- bis dreimal häufiger unter dem Metabolischen Syndrom. Darunter werden Faktoren zusammengefasst, die alle zu Herz-Kreislauferkrankungen führen, wie zum Beispiel Übergewicht, ein gestörter Cholesterinhaushalt, Bluthochdruck und ein erhöhter Blutzuckerspiegel. Bei ungefähr 30 Prozent der Betroffenen kommt es außerdem zur schmerzhaften Immunaktivierung an den Gelenken – der Psoriasis-Arthritis.7

Darüber hinaus kann sie eine Erkrankung mit erheblichem Leidensdruck sein. In rund 35 Prozent der Fälle sind die Einschränkungen der Lebensqualität durchaus mit denen von Krebs, Herzinfarkt, Rheuma, Zuckerkrankheit oder Depression vergleichbar.6

Gut ein Viertel der Patienten mit Plaque-Psoriasis leiden an einer mittelschweren bis schweren Ausprägung. Das bedeutet, dass mehr als ein Zehntel der gesamten Haut betroffen ist oder besonders empfindliche oder stark beanspruchte Regionen des Körpers beteiligt sind, wie Hände oder Füße. Damit ist Psoriasis mehr als nur ein kosmetisches Problem. Neben den rein körperlichen Einschränkungen stellen hier die sichtbaren Zeichen der Krankheit eine wichtige Ursache für die in vielen Studien festgestellte, soziale Isolation dar.2 So erschwert Psoriasis den beruflichen Erfolg z. B. in öffentlichen Ämtern. Bis vor wenigen Jahren war Menschen mit Schuppenflechte der Besuch öffentlicher Schwimmbäder untersagt. Gerade Frauen haben Probleme, eine erfüllte Partnerschaft zu führen.

Quellen:

1Parisi et al. Global epidemiology of psoriasis: a systematic review of incidence and prevalence. J Invest Dermatol. 2013 Feb;133(2):377-85. doi: 10.1038/jid.2012.339. Epub 2012 Sep 27.
2Augustin M, Krüger K, Radtke MA, Schwippl I, Reich K., Dermatology 216:366-372, 2008
3Traupe H, Robra BP, Robert Koch Institut (RKI). Schuppenflechte. Berlin: RKI; 2002. (Gesundheitsberichterstattung des Bundes; 11). Available from:
http://edoc.rki.de/documents/rki_fv/reUzuR53Jx9JI/PDF/220ShwcFDLtSs_62.pdf
4http://www.psoriasis-bund.de/ueber-psoriasis
5Augustin et al. Acta Derm Venereol 2010; 90: 147–15
6Rapp SR, Feldman SR, Exum ML, Fleischer AB, Jr., Reboussin DM., J Am Acad Dermatol 1999; 1(3 Pt 1):401-7
7Bowcock AM, Hum. Mol. Genet. 2004;13 (suppl 1): R43-R55