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Stressbewältigung
  • Vielen Menschen mit Psoriasis kann eine bewusste Stressbewältigung helfen – z.B. durch eine Patientenschulung, um den richtigen Umgang mit der Erkrankung oder auch Entspannungsmethoden zu erlernen.
  • Wenn Erkrankte unter einer Depression oder Angststörungen leiden, kann psychotherapeutische Hilfe nötig sein. Bei einer Verhaltenstherapie arbeiten Patient und Therapeut daran, negative Einstellungen sowie Verhaltensweisen positiv zu verändern. In Untersuchungen haben Verhaltenstherapien bei Menschen mit Schuppenflechte gute Ergebnisse erzielt.

Schuppenflechte: Stressbewältigung tut Haut und Psyche gut

Schuppenflechte geht mit erheblichen seelischen Belastungen einher – da sich diese direkt auf die Haut auswirken können, sollte Stressbewältigung für Menschen mit Psoriasis ebenso zum Alltag gehören wie die richtige Hautpflege und die medikamentöse Behandlung. Doch wie lässt sich Stress abbauen oder gar vermeiden?

Schuppenflechte: So hilft Stressbewältigung

Schuppenflechte und Psyche beeinflussen sich gegenseitig – oft entsteht daraus geradezu ein Teufelskreis. Es gibt aber Möglichkeiten, negative Wechselwirkungen zu minimieren:

1. Eine wirksame Schuppenflechte-Behandlung:

Diese sollte durch einen spezialisierten Hautarzt durchgeführt werden. Voraussetzung ist eine genaue Diagnostik und die richtige Schweregrad-Einstufung. Es gilt: Wenn sich die Schuppenflechte infolge der Therapie bessert, gehen auch die psychischen Belastungen zurück.

2. Methoden zur Stressbewältigung:

Es gibt spezielle Entspannungsverfahren, um Stress zu bewältigen, beispielsweise Achtsamkeitstraining, eine Patientenschulung beim Arzt oder in einer Klinik oder eine psychotherapeutische Behandlung. Die verschiedenen Ansätze dieser Methoden werden im Folgenden vorgestellt.

Durch Achtsamkeit und Entspannung Stress abbauen

Bei der Achtsamkeitsmeditation liegt die Konzentration auf dem eigenen Atem oder auf bestimmten Körperregionen. Das Ziel: im gegenwärtigen Moment verweilen.

Eine Studie hat gezeigt, dass Achtsamkeitstraining Menschen mit Schuppenflechte helfen und sogar positiv auf das Hautbild wirken kann.1

Für die Untersuchung wiesen Wissenschaftler der Universität von Massachusetts 37 Menschen mit Psoriasis nach dem Zufallsprinzip zwei Gruppen zu. Die Teilnehmer beider Gruppen wurden im Schnitt 13 Wochen lang mit einer Lichttherapie behandelt. In der Achtsamkeitsgruppe wurden darüber hinaus während der Therapiesitzungen Instruktionen zur Achtsamkeitsmeditation eingespielt.

Das Ergebnis: Bei den Patienten in der Achtsamkeitsgruppe war eine Verbesserung des Hautzustands wesentlich eher und stärker zu erkennen. Im Durchschnitt sprachen sie 30 bis 40 Tage eher auf die Therapie an als die Teilnehmer der Gruppe ohne Achtsamkeitsmeditation.

Außerdem fühlten sich die Patienten in der Achtsamkeitsgruppe weniger seelisch belastet: Sie zeigten geringere Anzeichen von Stress und waren stärker davon überzeugt, dass die Therapie wirksam ist.

Wo finden sich Anbieter für Achtsamkeits- und Entspannungstraining?

Entspannungstrainings lassen sich zum Beispiel bei privaten Lehrern oder an der Volkshochschule absolvieren. Auch einige Krankenkassen bieten Kurse an oder zahlen zu der Kursgebühr einen Zuschuss.

Wie Patientenschulungen die Stressbewältigung fördern

Ein weiteres Entspannungsverfahren ist die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson. Der Patient spannt hierbei in einer bestimmten Reihenfolge einzelne Muskeln an und lässt sie wieder los. Die dadurch entstehende körperliche Entspannung führt dazu, dass sich seelische Anspannungen lösen können.

Die progressive Muskelrelaxation ist ein häufiger Bestandteil von Patientenschulungen. Laut der offiziellen Leitlinie zur Psoriasis-Behandlung können Erkrankte solche Schulungen während eines Reha-Aufenthaltes, beim Dermatologen oder in spezialisierten Tageskliniken besuchen.2

Patientenschulungen tragen mittels eines Verhaltens- und Kommunikationstrainings dazu bei, Menschen mit Schuppenflechte psychosozial zu unterstützen: Sie lernen mit Stress umzugehen und können die Herausforderungen der Erkrankung besser bewältigen.

Wichtige Inhalte und Ziele einer Patientenschulung sind:

  • ein angemessener Umgang mit der Krankheit
  • sich seiner Stärken bewusst zu werden und sich nicht nur auf die Haut zu fokussieren
  • die eigenen Ressourcen für den Umgang mit der Schuppenflechte zu nutzen


Ziel des Verhaltens- und Kommunikationstrainings ist, dass die Patienten Strategien zur Krankheitsverarbeitung kennen lernen. Als Handwerkszeug werden ihnen bestimmte Techniken zur Stressbewältigung sowie zum Umgang mit Ängsten und der sozialen Stigmatisierung vorgestellt. Um diese Techniken zu verinnerlichen, führen die Teilnehmer auch Rollenspiele durch.

Wo finden sich Anbieter für Patientenschulungen zur Stressbewältigung?

Patientenschulungen für Menschen mit Schuppenflechte werden in spezialisierten Kliniken oder bei Hautärzten angeboten. Informationen zu Anbietern liefert der behandelnde Arzt oder die Krankenkasse.

Mit Psychotherapie den Psoriasis-Stress bewältigen

Manchmal ist der psychische Leidensdruck für Menschen mit Schuppenflechte sehr groß: Sie werden depressiv oder entwickeln ausgeprägte Ängste. Ist dies der Fall, kann eine Psychotherapie helfen.

Studien haben gezeigt, dass eine auf Emotionen ausgerichtete, kognitive Verhaltenstherapie besonders geeignet ist, da der Therapeut auf die individuelle Situation des Patienten eingehen kann.3

Der Patient lernt dabei, wie er negative Emotionen, Reaktions- und Verhaltensmuster in vorteilhaftere Verarbeitungsstrategien umwandeln kann.

Wo finden sich geeignete Psychotherapeuten?

Eine Psychotherapie beginnt oft auf Anraten des Hausarztes oder des Dermatologen, der gegebenenfalls auch einen Therapeuten empfehlen kann. Wichtig: Die innere Bereitschaft des Patienten für eine Psychotherapie ist für den Erfolg von großer Bedeutung.

Quellen:
1.Jon Kabat-Zinn et al.: Influence of a mindfulness meditation-based stress reduction intervention on rates of skin clearing in patients with moderate to severe psoriasis undergoing phototherapy (UVB) and photochemotherapy (PUVA). Psychosomatic Medicine, 60(5), September/Oktober 1998, S. 625-632.
2.Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris. Download: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-001l_S3_Psoriasis_vulgaris_Therapie_01.pdf. Zugriff am 26. Juli 2016.
3.Julia Schwartz, Andrea W. M. Evers, Christine Bundy, Alexandra B. Kimballz: Getting under the Skin: Report from the International Psoriasis Council Workshop on the Role of Stress in Psoriasis. Frontiers in Psychology, 2. Februar 2016. URL: http://dx.doi.org/10.3389/fpsyg.2016.00087. Zugriff am 26. Juli 2016.