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Fragen & Antworten
zur Schuppenflechte

Fragen und Antworten Schuppenflechte

Ist Schuppenflechte erblich?

Ja und Nein. Ärzte gehen von einer gewissen genetischen Veranlagung (Disposition) aus. Das bedeutet: nicht die Krankheit selbst, sondern die Neigung des Körpers, eine Psoriasis zu entwickeln, ist in den Erbanlagen der betroffenen Menschen verankert. Das Risiko, dass bei eineiigen Zwillingen beide an der Schuppenflechte erkranken, liegt deshalb nur bei 70 und nicht bei 100 Prozent. Rund 40 Prozent der Betroffenen kommen aus Familien, in denen Psoriasis schon mal ausgebrochen ist.1
Welche Gene zu dieser Disposition führen, weiß man allerdings noch nicht genau. Auch nicht, wie diese Gendefekte genau weitergegeben werden. Denn tatsächlich kann die Krankheit in einer Familie auch Generationen überspringen. Außerdem kann niemand vorhersagen, wie, wann und ob es überhaupt zum Ausbruch der Krankheit kommt.
 

Ist Schuppenflechte ansteckend?

Nein. Da Psoriasis nicht durch Erreger übertragen wird, kann sich niemand anstecken. Angeschoben und gesteuert wird der Krankheitsschub durch eine bis heute noch nicht geklärte genetische Veranlagung des körpereigenen Immunsystems. Was bei einem Schub passiert, weiß man dafür inzwischen ziemlich gut. Das Gefäßsystem der Haut in der betroffenen Stelle wird durchlässiger. Es wandern diverse Entzündungszellen ein, die Ursprung von Entzündungsreaktionen in der Haut sind. Gleichzeitig entwickelt sich eine Verdickung der oberen Hautschichten der Epidermis, die aus Hornzellen besteht. Die Neubildung dieser Hornzellen kann bis zu zehn mal schneller ablaufen, als bei gesunder Haut. Die übermäßige Ansammlung unreifer Hautzellen führt zum Plaquebildung auf betroffenen Arealen der Haut.
 

Welche Bedeutung hat Stress bei der Schuppenflechte und was hilft?

Ein Krankheitsschub kann durch verschiedenen Faktoren getriggert werden. Ein wichtiger Auslöser sind psychische Belastungen, wie beispielsweise Scheidung, der Tod eines Angehörigen, Verlust des Arbeitsplatzes oder Prüfungsstress. Aber auch wenn andere Ursachen den Schub ausgelöst haben, befeuert Stress die Schuppenflechte. Und umgekehrt stresst Psoriasis die Seele. Vielen Menschen hat hier ein gezieltes „Anti-Stress-Programm“ (z.B. Autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Yoga) geholfen, um mit dem erheblichen Druck umzugehen. Bei manchen Patienten hat sich eine psychologische bzw. psychotherapeutische Behandlung als wohltuend – auch für die Haut – erwiesen.
 

Kann Schuppenflechte von selbst abheilen?

Eine Heilung ist nicht möglich, die Haut kann aber erscheinungsfrei werden. Für Menschen, die zum ersten Mal an Psoriasis erkranken, besteht eine geringe Chance, dass es bei der einmaligen Episode bleibt. Ansonsten verläuft die Schuppenflechte ein Leben lang chronisch und schubweise. Das heißt, es kommt phasenweise zu Verbesserungen mit geringerer Ausprägung bis hin zur vollständigen Erscheinungsfreiheit. Doch irgendwann kann die Veranlagung wieder durchbrechen. Erste Anzeichen sind meist punktförmige, gerötete Stellen, die sich mit der Zeit vergrößern. Einzelne, entzündete Herde fließen zusammen, andere bilden sich zurück. So entstehen die verschiedensten Formen auf der Haut.
 

Können Ärzte die Schuppenflechte heilen?

Leider nein, aber mit geeigneten Behandlungen kann Erscheinungsfreiheit erreicht werden. Die Behandlungsmöglichkeiten sind abhängig vom Schweregrad des Befalls. Bei leichterem Befall kommen zunächst lokal, auf der Haut wirkende Therapeutika zum Einsatz. Sollten die Symptome anhalten oder sich die Beschwerden sogar verschlechtern, kann der Arzt weitere Behandlungsmöglichkeiten, wie  Phototherapie oder systemische (innerliche) Therapien in Betracht ziehen. 

 

Was kann ich gegen die schuppige Haut und den Juckreiz tun?

Auch hier kann eine Therapie helfen. Darüber hinaus  sollten Sie   enge Kleidung vermeiden. Diese reizt die Haut durch Reibung und Druck. Lieber weite, bequeme und atmungsaktive Materialien tragen, die auch ein übermäßiges Schwitzen verhindern. Kurze, glatte Fingernägel bewahren vor größeren Verletzungen der Haut, wenn man sich doch mal kratzen muss.
Auch Belastungen von Ellbogen, zum Beispiel durch längeres Aufstützen, und Knie – zum Beispiel durch dauerhaftes Knien bei der Gartenarbeit – sollte vermieden werden. Denn Druck kann an diesen Hautstellen eine Psoriasis wieder aufflammen lassen.
 

Was muss ich mit meiner Schuppenflechte besonders beachten?

Ein gesunder Lebensstil ist ein gutes Selbsthilfemittel bei Psoriasis. Auf jeden Fall sollte man Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden, da diese einen Schub auslösen können. Außerdem sollte man speziell auf das Gewicht achten. Zu viele Kilos erhöhen das Entstehungsrisiko einer Schuppenflechte, fördern aber auch die typischen Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes.
 

Mit Schuppenflechte auf Reisen – geht das?

Viele Menschen mit Psoriasis fiebern fast das ganze Jahr auf den Sommer hin, da dann ihre Beschwerden dank der vermehrten Sonneneinstrahlung besser sind. Mit Urlauben an einem Mineralien-haltigen Meer wie der Nordsee, dem Mittelmeer oder dem Toten Meer verbinden zahlreiche Betroffene das Angenehme mit dem Nützlichen. Wichtig ist eine Balance zu finden zwischen der gesundheitsfördernden und die Schuppenflechte bessernden Sonnenlichtmenge und einem Übermaß an Sonne, das Hautschäden verursachen kann. 
 

Wie greift Schuppenflechte in meinen Beruf ein?

Wer früh an Schuppenflechte leidet, sollte sich vor der Berufswahl von einem Hautarzt beraten lassen. Denn mit dieser Hauterkrankung kann nicht jeder Beruf uneingeschränkt ausgeübt werden. Insbesondere Tätigkeiten, bei denen Druck auf die Haut ausgeübt wird oder der regelmäßige Kontakt zu Feuchtigkeit und Chemikalien unumgänglich ist, können zu Hautproblemen führen. Andererseits muss für Berufstätige eine Schuppenflechte nicht zur Berufsaufgabe führen, wenn einige Regeln beachtet werden. Für weitere Informationen können sich Betroffene an den Betriebsarzt oder den Präventionsdienst der gesetzlichen Unfallversicherung wenden.
 

Was muss ich bei der Hautpflege beachten?

Die tägliche Pflege der Haut mit geeigneten Pflegeprodukten ist die wichtigste Selbsthilfe-Maßnahme. Die natürliche Hautbarriere ist bei Menschen mit Schuppenflechte gestört, und die Haut ist meist sehr trocken. Daher kann die richtige Pflege die angegriffene Hautbarriere schützen und einem Austrocknen der empfindlichen Haut vorbeugen. Bei Schuppenflechte liegt meist ein mehr oder weniger stark ausgeprägter Feuchtigkeitsmangel vor. Bei fettarmer, trockener Haut sollten daher  Pflegeprodukte verwendet werden, die einen hohen Fettgehalt und einem niedrigen Wasseranteil haben. Ist die Haut dagegen eher fettig, sollte es umgekehrt sein: Ein hoher Wassergehalt und ein niedriger Fettanteil sind bei Cremes und Lotionen ideal.

Im Allgemeinen gilt, ohne ausreichende Pflege können neue Psoriasisherde leichter entstehen. Je intakter Patienten mit Schuppenflechte das flächenmäßig größte Organ des Menschen halten, umso besser kann es auch seine Barrierefunktion zur Außenwelt erfüllen.
 

Quellen:

1Schon et al. Psoriasis. NEJM, 2005 May 5;352(18):1899-912.2005