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Urtikaria-Wegweiser

Ihr persönlicher Urtikaria-Wegweiser
Das E-Learning möchte Ihnen spielerisch die wichtigsten Fakten über die Nesselsucht nahebringen. Finden Sie heraus, welche Art der Nesselsucht bei Ihnen vorliegen könnte und erfahren Sie, wie Ihnen geholfen werden kann und wie Sie sich gegebenenfalls selbst helfen könnten. Finden Sie weiterführende Informationen und überprüfen Sie Ihr Wissen in einem kleinen Quiz.

Für eine erste Orientierung, ob bei Ihnen eine Urtikaria vorliegen könnte, nutzen Sie gerne unseren Urtikaria-Test. Bitte beachten Sie, dass eine exakte Diagnose nur durch einen Arzt gestellt werden kann.

Check-Up
1. Wissen
2. Therapien
3. Tipps
4. Quiz
Wussten Sie, dass Medikamente und Veränderung von Gewohnheiten die Symptome lindern können?
Wussten Sie, dass in vielen Fällen das Behandlungsziel „Symptomfreiheit“ erreicht werden kann?

Check-up: Ihre Form der Urtikaria

Was für eine Urtikaria liegt bei Ihnen vor?

Die Nesselsucht – auch Urtikaria genannt – ist eine häufige Erkrankung. Meist verschwindet die Urtikaria innerhalb von 6 Wochen von selbst wieder. Es gibt aber auch Fälle der Urtikaria, bei denen die Symptome immer wieder auftreten und die Urtikaria chronisch wird. Das kann im täglichen Leben sehr belastend sein. Zum Glück kann man aber den Juckreiz und die unangenehmen Hauterscheinungen durch Medikamente und Veränderung der Alltagsgewohnheiten lindern.

Bei der Urtikaria ist es wichtig zu verstehen, von welcher Form der Urtikaria man betroffen ist, um mögliche Auslöser zu vermeiden. In den letzten Jahren hat sich in der Forschung und Entwicklung einiges getan, sodass heute in vielen Fällen das Behandlungsziel „Symptomfreiheit“ erreicht werden kann.

Erfahren Sie mehr zu „Ihrer Urtikaria“ und geben Sie im ersten Schritt zunächst an, wie lange die Urtikaria-Symptome bei Ihnen bislang andauern.

  • Die Symptome dauern weniger als sechs Wochen an: akute Urtikaria
  • Die Symptome treten bereits länger als sechs Wochen auf: chronische Urtikaria

Welche Formen der Urtikaria gibt es?

Die Urtikaria wird anhand ihres Verlaufes in die akute und die chronische Urtikaria unterteilt. Während die Beschwerden der chronischen Urtikaria über lange Zeiträume (über 6 Wochen) auftreten, klingen sie bei der akuten Urtikaria innerhalb von höchstens 6 Wochen wieder ab.

Welche Formen der Urtikaria gibt es?

Die chronische Urtikaria wird in folgende Typen klassifiziert:

1. Die spontane Urtikaria: Die juckenden oberflächlichen (Quaddeln) oder zum Teil auch tieferen Hautschwellungen (Angioödem) treten spontan auf und verschwinden wieder. Auslösende Faktoren sind nicht bekannt.

2. Urtikaria mit bekannten Auslösern (induzierbare Urtikaria): Die physikalische Urtikaria hat als auslösende Faktoren zum Beispiel: Kälte, Wärme, Druck, Licht und Vibrationen auf der Haut. Auch die weiteren Urtikaria-Typen haben auslösende Faktoren: Wasser, eine Erhöhung der Körperkerntemperatur z. B. durch Stress oder scharfe Speisen, Kontakt mit auslösenden Substanzen oder körperliche Anstrengung.

In manchen Fällen können auch mehrere Typen gleichzeitig vorliegen.

Welcher Urtikaria-Typ könnte bei Ihnen vorliegen?

Wissen zur akuten Urtikaria

Symptome der Urtikaria

Die plötzlich auftretenden juckenden oberflächlichen Erhebungen (Schwellungen) der Haut mit einer Rötung nennt man Quaddeln. Die Quaddeln entstehen an verschiedenen Körperstellen – mal hier, mal da und sind in ihrem jeweiligen Auftreten flüchtig, d. h. sie bilden sich innerhalb von 24 Stunden wieder zurück. Insgesamt ein unangenehmer Zustand, den man schnell ändern möchte, denn das kann die pure Qual sein. Die Größe der Quaddeln variiert dabei von sehr klein bis handtellergroß.

Bei einigen Patienten kann es zusätzlich zu einer tiefen, ausgeprägten Hautschwellung, dem sogenannten Angioödem kommen. Diese Angioödeme können schmerzhaft sein und sind, wenn sie auftreten, dann häufig an Lippen, Augenlidern und anderen Körperstellen zu finden, wie zum Beispiel der Hand. Die Rückbildung dauert mit bis zu 72 Stunden wesentlich länger als bei jeder einzelnen Quaddel.

Bei der akuten Urtikaria kommt es zu einem wiederkehrenden, spontanen Auftreten von juckenden Quaddeln, Angioödemen oder sogar beiden Symptomen, sie klingen aber innerhalb von 6 Wochen wieder ab.

In der Filmsequenz sind die Symptome der Urtikaria noch einmal beschrieben.

Symptome der Urtikaria bei Anaphylaxie

Die Symptome der Urtikaria wie Schwellung und Rötung der Haut sind auch bei der Maximalform einer allergischen Reaktion, der anaphylaktischen Reaktion, vorhanden. Hier ist aber – im Gegensatz zur Urtikaria – ein Allergen der Auslöser, z. B. in Form eines Arzneimittels, eines Nahrungsmittels oder eines Insektengiftes.

In diesem Fall kommt es innerhalb weniger Sekunden bis Minuten zu Juckreiz, plötzlicher Rötung der Haut – dem sog. Flush – bis hin zu Schwellungen der Haut, Atemnot und Blutdruckabfall. Dies kann bei schweren Ausprägungen sogar bis zum Herz-Kreislauf-Stillstand führen. In dieser lebensbedrohlichen Situation spricht man dann vom sog. anaphylaktischen Schock. Sofortiges Handeln und notärztliche Betreuung sind absolut notwendig. Diese Situation grenzt sich klar von der oben beschriebenen Urtikaria ab.

Ursachen der akuten Urtikaria

Heute weiß man, dass der akuten Urtikaria vielfältige Ursachen zu Grunde liegen können. Oft ist die Ursache der akuten Urtikaria allerdings nicht bekannt. Mögliche Ursachen können Infekte sein, wie zum Beispiel Atemwegsinfekte oder Magen-Darm-Infekte. Häufig handelt es sich dabei um einen Virusinfekt. Ausgelöst wird eine Urtikaria manchmal auch durch Überempfindlichkeitsreaktionen, beispielsweise auf Medikamente. Des Weiteren kann sie durch allergische Reaktionen, wie bei einem Wespen- oder Bienenstich, ausgelöst werden.

Grundsätzlich ist es so, dass spezielle Zellen – die sog. Mastzellen – nach Aktivierung Stoffe (z. B. das Histamin) ausschütten, die der körpereigenen Abwehr gegenüber „Eindringlingen“ dienen. Diese Abwehrreaktion führt zu Urtikaria-Symptomen. Im Falle der Urtikaria ist es allerdings so, dass nicht genau verstanden ist, warum dieses System aktiviert wird.

Man weiß aber, dass die Ausschüttung der Stoffe wie Histamin auf verschiedenen Wegen aktiviert werden kann. Ein wichtiger Weg ist der immunologische Weg über körpereigene Eiweiße, sog. IgE-Antikörper. Sie wehren körperfremde Stoffe ab und spielen bei Allergien eine Rolle.

Die Mastzelle schüttet Botenstoffe aus, die dann auf Gefäße der Haut wirken und die juckenden Quaddeln sowie auch das Angioödem entstehen lassen. Berücksichtigt werden muss, dass die Urtikaria auch durch psychischen Stress verstärkt bzw. hervorgerufen werden kann. Stress kann besonders den Juckreiz auslösen und verstärken.

Was bei einer Urtikaria in der Haut passiert, wird in der Filmsequenz noch einmal erklärt.

Therapieoptionen bei akuter Urtikaria

Obwohl die akute Urtikaria sich wieder vollständig innerhalb von sechs Wochen zurückbildet, sollten mögliche Auslöser wie Infekte, etc. ausgeschlossen werden, um diese gegebenenfalls effektiv behandeln zu können.

Solange kein Auslöser – zum Beispiel ein Infekt, der einer gesonderten Behandlung bedarf, ein Medikament oder ein Nahrungsmittel identifiziert wurde, behandelt der Arzt die Urtikaria in der Regel mit einem Medikament, einem sog. Antihistaminikum. Diese Antihistaminika sind Wirkstoffe, welche die Effekte der körpereigenen Substanz Histamin blockieren und damit die Entstehung der Symptome wie Juckreiz, Rötung, Quaddeln und Angioödem verhindern.

Im ersten Schritt der Urtikaria-Therapie wird normalerweise ein Antihistaminikum, das in der Regel nicht müde macht, in einer üblichen Dosierung angewendet. Es sollte jeden Tag im empfohlenen Behandlungszeitraum eingenommen werden, damit die Urtikaria gar nicht erst wieder auftreten kann.

Sollten die oben genannten Therapien nicht ausreichen, kann auch der Einsatz eines kurzfristigen Glukokortikosteroides, umgangssprachlich als Kortison bekannt, in Erwägung gezogen werden. Es sollte aber immer nur kurzfristig bei einem akuten schweren Ausbruch (eine sog. Exazerbation) der Urtikaria über einen Zeitraum von bis zu maximal zehn Tagen angewendet werden.

In der Regel verschwindet die akute Urtikaria innerhalb von 6 Wochen und es sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Sollte die akute Urtikaria in eine chronische Urtikaria übergehen, sollte man sich an den Hautarzt wenden und weitere diagnostische und therapeutische Optionen besprechen. Auch Ihr Hausarzt kann Ihnen weiterhelfen. Er kann Sie dann – wenn es notwendig ist – gezielt an einen Spezialisten überweisen. Einige Kliniken bieten sogar Urtikaria-Sprechstunden an.

Tipps für Ihren Arztbesuch

Der Arzt erkennt die Urtikaria am besten, wenn die Symptome deutlich sichtbar sind, ihm reicht dann ein Blick – die sogenannte „Blickdiagnose“.

Ein Tipp: Es ist meist schwierig, spontan einen Arzttermin zu erhalten. Im digitalen Zeitalter können Sie sich hervorragend helfen: Ein Foto, mit der Digitalkamera oder dem Smartphone aufgenommen, ermöglicht es dem Behandler, sich ein Bild von der Erkrankung zu machen.

Die Untersuchung durch den Arzt beinhaltet in der Regel:

  1. Eine sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese)
  2. Die körperliche Untersuchung

Eine weiterführende Diagnostik ist bei der akuten Urtikaria meist nicht sinnvoll. Diese wird nur bei Verdacht auf ein allergisches Geschehen empfohlen, damit das die Urtikaria auslösende Allergen in Zukunft möglichst gemieden werden kann. Dies ist z. B. der Fall bei Reaktionen auf Insektenstiche (z. B. Wespe, Biene, Hornisse) oder auf bestimmte Arzneimittel.

In diesen Fällen können eine Blutuntersuchung (Bestimmung des IgE im Blut) und ein Allergietest (der sog. Prick-Test der Haut) hilfreich sein.

Ein Tipp: Bereiten Sie sich auf das Gespräch mit Ihrem Arzt vor und notieren Sie jetzt schon alle relevanten Beobachtungen über Ihre Nesselsucht. Der vorliegende Fragebogen hilft Ihnen dabei. Sie finden ihn in folgendem Dokument, das Sie ausdrucken und ausfüllen können: Tipps für das Arztgespräch

Quiz zur akuten Urtikaria

1. Zu den Symptomen der Urtikaria gehören die Quaddel und das Angioödem, die auch gemeinsam auftreten können. Wie unterscheiden sich Quaddel und Angioödem? Es können mehrere Antworten richtig sein.

Tiefe der Hautschwellung
Beim Angioödem sind die Hautschwellungen tiefer.
Dauer des Auftretens
Die Rückbildung dauert beim Angioödem mit bis zu 72 Stunden wesentlich länger als bei der Quaddel, die sich jeweils innerhalb von 24 Stunden zurückbildet.
Körperstelle des Auftretens
Das Angioödem tritt, im Gegensatz zur Quaddel, häufig an Lippen, Augenlidern und anderen Körperstellen wie z. B. der Hand auf.

2. Wissen Sie, wie man eine akute Urtikaria von einer chronischen Urtikaria unterscheidet? Es ist nur eine Antwort richtig.

Über die Größe der Quaddeln
Die Größe der Quaddeln unterscheidet sich zwischen der akuten und der chronischen Urtikaria nicht.
Über die Dauer der Symptome
Dauern die Symptome länger als sechs Wochen an, spricht man nicht mehr von einer akuten, sondern von einer chronischen Urtikaria.
Indem man die Auslöser erkennt
Sowohl bei der akuten als auch der chronischen Urtikaria können die Auslöser bekannt sein oder unbekannt.

3. In der Regel verschwindet die akute Urtikaria innerhalb von 6 Wochen und es sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Was kann helfen, sollte die akute Urtikaria in eine chronische Urtikaria übergehen?

Auf jeden Fall mit Kortison behandeln
Der Einsatz eines Glukokortikosteroides, umgangssprachlich als Kortison bekannt, kann hilfreich sein, sollte aber sehr gut überdacht sein. Es sollte – wenn überhaupt – nur kurzfristig bei akutem und schwerem Ausbruch der Urtikaria über einen Zeitraum von bis zu maximal zehn Tagen angewendet werden, wenn andere Therapien versagt haben.
Die Symptome hinnehmen und nichts tun
Man kann viel gegen die Symptome der Urtikaria tun – sprechen Sie mit ihrem Arzt, er kann Ihnen helfen.
Einen Arzt aufsuchen
Sollte die akute Urtikaria in eine chronische Urtikaria übergehen, sollte man sich an den Hautarzt wenden und weitere diagnostische und therapeutische Optionen besprechen. Auch Ihr Hausarzt kann Ihnen weiterhelfen. Er kann Sie auch – wenn es notwendig ist – gezielt an einen Spezialisten überweisen. Einige Kliniken bieten sogar Urtikaria-Sprechstunden an.

4. Welche Aussagen zu den Ursachen der akuten Urtikaria sind richtig?

Es sollte versucht werden, mögliche Ursachen zu finden und zu beseitigen bzw. zu vermeiden
Obwohl die akute Urtikaria sich meist vollständig innerhalb von sechs Wochen zurückbildet, sollte versucht werden, mögliche Ursachen zu finden und zu beseitigen bzw. zu vermeiden.
Es können vielfältige Ursachen zu Grunde liegen
Heute weiß man, dass der akuten Urtikaria vielfältige Ursachen – wie Infekte oder Allergische Reaktionen – z.B. eine Allergie auf Insektengift – zu Grunde liegen können.
Mögliche Ursachen können Infekte sein
Mögliche Ursachen können Infekte sein, wie zum Beispiel Atemwegsinfekte oder Magen-Darm-Infekte. Häufig handelt es sich dabei um einen Virusinfekt.

5. Wann wird eine weiterführende Diagnostik bei akuter Urtikaria empfohlen?

Wenn die Symptomatik von selbst innerhalb von 2 Wochen wieder verschwindet.
Eine weiterführende Diagnostik wird nicht empfohlen, wenn die Symptomatik innerhalb von 6 Wochen wieder verschwindet und danach nicht mehr auftritt.
Wenn die Symptomatik von selbst innerhalb von 4 Wochen wieder verschwindet.
Eine weiterführende Diagnostik wird nicht empfohlen, wenn die Symptomatik innerhalb von 6 Wochen wieder verschwindet und danach nicht mehr auftritt.
Wenn eine allergische Reaktion als Ursache vermutet wird.
Eine weiterführende Diagnostik wird bei Verdacht auf ein allergisches Geschehen empfohlen, damit das die Urtikaria auslösende Allergen in Zukunft möglichst gemieden werden kann. Für das Gespräch mit dem Arzt haben wir für Sie Tipps erstellt, die Sie sich hier herunterladen können: Tipps für das Arztgespräch. Zudem bieten wir auf unserer Website eine Arztsuche an. (Im nächsten Step „Links“ zu finden.)

Glückwunsch!

Herzlichen Glückwunsch – Sie haben viel über „Ihre“ Urtikaria gelernt!

Wissen zur chronischen spontanen Urtikaria

Symptome der Urtikaria

Die plötzlich auftretenden juckenden oberflächlichen Erhebungen (Schwellungen) der Haut mit einer Rötung nennt man Quaddeln. Die Quaddeln entstehen an verschiedenen Körperstellen – mal hier, mal da und sind in ihrem jeweiligen Auftreten flüchtig, d. h. sie bilden sich innerhalb von 24 Stunden wieder zurück. Insgesamt ein unangenehmer Zustand, den man schnell ändern möchte, denn das kann die pure Qual sein. Die Größe der Quaddeln variiert dabei von sehr klein bis handtellergroß.

Bei einigen Patienten kann es zusätzlich zu einer tiefen, ausgeprägten Hautschwellung, dem sogenannten Angioödem kommen. Diese Angioödeme können schmerzhaft sein und sind, wenn sie auftreten, dann häufig an Lippen, Augenlidern und anderen Körperstellen zu finden, wie zum Beispiel der Hand. Die Rückbildung dauert mit bis zu 72 Stunden wesentlich länger als bei jeder einzelnen Quaddel.

Bei der chronischen Urtikaria mit unbekannten Auslösern – der sog. chronischen spontanen Urtikaria – kommt es zu einem wiederkehrenden, spontanen Auftreten von juckenden Quaddeln, Angioödemen oder sogar beiden Symptomen für einen Zeitraum von mehr als 6 Wochen.

Der ständige Juckreiz und die zum Teil offensichtlichen Hauterscheinungen können sich natürlich auf die Stimmung schlagen – man fühlt sich antriebslos und matt. Der Mediziner spricht dann von einer depressiven Verstimmung. Wenn Sie diese Symptome im Zusammenhang mit einer Urtikaria haben, sollten Sie mit einem Arzt darüber sprechen.

In der folgenden Filmsequenz sind die Symptome der Urtikaria noch einmal beschrieben.

Symptome der Urtikaria bei Anaphylaxie

Die Symptome der Urtikaria wie Schwellung und Rötung der Haut sind auch bei der Maximalform einer allergischen Reaktion, der anaphylaktischen Reaktion, vorhanden. Hier ist aber – im Gegensatz zur Urtikaria – ein Allergen der Auslöser, z. B. in Form eines Arzneimittels, eines Nahrungsmittels oder eines Insektengiftes.

In diesem Fall kommt es innerhalb weniger Sekunden bis Minuten zu Juckreiz, plötzlicher Rötung der Haut – dem sog. Flush – bis hin zu Schwellungen der Haut, Atemnot und Blutdruckabfall. Dies kann bei schweren Ausprägungen sogar bis zum Herz-Kreislauf-Stillstand führen. In dieser lebensbedrohlichen Situation spricht man dann vom sog. anaphylaktischen Schock. Sofortiges Handeln und notärztliche Betreuung sind absolut notwendig. Diese Situation grenzt sich klar von der oben beschriebenen Urtikaria ab.

Ursachen der chronischen spontanen Urtikaria

Heute weiß man, dass der Urtikaria vielfältige Ursachen zu Grunde liegen können.

Mögliche Ursachen der chronischen spontanen Urtikaria können chronische Infektionen sein, wie z. B. im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Es können aber auch nicht-allergische Überempfindlichkeitsreaktionen zu Grunde liegen – dabei reagiert der Körper auf spezifische Substanzen, etwa Lebensmittel, Lebensmittelzusatzstoffe und/oder Medikamente.

Grundsätzlich ist es so, dass spezielle Zellen – die sog. Mastzellen – nach Aktivierung Stoffe (z. B. das Histamin) ausschütten, die der körpereigenen Abwehr gegenüber „Eindringlingen“ dienen. Diese Abwehrreaktion führt zu Urtikaria-Symptomen. Im Falle der Urtikaria ist es allerdings so, dass nicht genau verstanden ist, warum dieses System aktiviert wird.

Man weiß aber, dass die Ausschüttung der Stoffe wie Histamin auf verschiedenen Wegen aktiviert werden kann. Ein wichtiger Weg ist der immunologische Weg über körpereigene Eiweiße, sog. IgE-Antikörper. Sie wehren körperfremde Stoffe ab und spielen bei Allergien eine Rolle.

Die Mastzelle schüttet Botenstoffe aus, die dann auf Gefäße der Haut wirken und die juckenden Quaddeln sowie auch das Angioödem entstehen lassen. Berücksichtigt werden muss, dass die Urtikaria auch durch psychischen Stress verstärkt bzw. hervorgerufen werden kann. Stress kann besonders den Juckreiz auslösen und verstärken.

Was bei einer Urtikaria in der Haut passiert, wird in der folgenden Filmsequenz noch einmal erklärt.

Therapien bei chronischer spontaner Urtikaria

Falls ein körperlicher Grund, zum Beispiel ein chronischer Infekt oder psychischer Stress gefunden wird, sollte dieser zuerst beseitigt werden. Sollte es nicht möglich sein, den Auslöser zu vermeiden, behandelt der Arzt chronische Verläufe in der Regel mit einem Medikament, einem sog. Antihistaminikum. Diese Antihistaminika sind Wirkstoffe, welche die Effekte der körpereigenen Substanz Histamin blockieren und damit die Entstehung der Symptome wie Juckreiz, Rötung, Quaddeln und Angioödem verhindern.

Im ersten Schritt der Urtikaria-Therapie wird normalerweise ein Antihistaminikum, das in der Regel nicht müde macht, in einer üblichen Dosierung angewendet. Es sollte jeden Tag im empfohlenen Behandlungszeitraum eingenommen werden, damit die Urtikaria gar nicht erst wieder auftreten kann.

Führt das Antihistaminikum innerhalb von ein bis vier Wochen nicht zur Beschwerdefreiheit, besprechen Sie bitte mit Ihrem Hautarzt, welche weiteren Therapieoptionen für Sie in Frage kommen. Auch Ihr Hausarzt kann Ihnen weiterhelfen. Er kann Sie auch – wenn es notwendig ist – gezielt an einen Spezialisten überweisen. Einige Kliniken bieten sogar Urtikaria-Sprechstunden an.

Sollten die oben genannten Therapien nicht ausreichen, kann auch der Einsatz eines kurzfristigen Glukokortikosteroides, umgangssprachlich als Kortison bekannt, in Erwägung gezogen werden. Es sollte aber immer nur kurzfristig bei einem akuten schweren Ausbruch (eine sog. Exazerbation) der Urtikaria über einen Zeitraum von bis zu maximal zehn Tagen angewendet werden.

Tipps für Ihren Arztbesuch

Der Arzt erkennt die Urtikaria am besten, wenn die Symptome deutlich sichtbar sind, ihm reicht dann ein Blick – die sogenannte „Blickdiagnose“.

Ein Tipp: Es ist meist schwierig, spontan einen Arzttermin zu erhalten. Im digitalen Zeitalter können Sie sich hervorragend helfen: Ein Foto, mit der Digitalkamera oder dem Smartphone aufgenommen, ermöglicht es dem Behandler, sich ein Bild von der Erkrankung zu machen.

Die Basisuntersuchung durch den Arzt beinhaltet in der Regel zunächst:

  1. Eine sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese)
  2. Die körperliche Untersuchung
  3. Den Ausschluss bedeutsamer Erkrankungen – wie entzündliche Grunderkrankungen – durch spezielle Blutuntersuchungen, zum Beispiel ein großes Blutbild (sog. Differentialblutbild), die Bestimmung der Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und des C-reaktiven Proteins (CRP)

Bei schwerer und lang bestehender Urtikaria wird empfohlen, durch weitere Untersuchungen eventuell versteckte chronische Infekte oder eine Immunreaktion auszuschließen. Eine geeignete Diät kann gegebenenfalls Hinweise auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit geben. Ist die Ursache der chronischen spontanen Urtikaria identifiziert, lässt sich die Erkrankung gezielter behandeln. Auch wenn kein Auslöser gefunden wird – was häufig der Fall ist – können die Symptome der chronisch spontanen Urtikaria therapiert werden.

Ein Tipp: Bereiten Sie sich auf das Gespräch mit Ihrem Arzt vor und notieren Sie jetzt schon alle relevanten Beobachtungen über Ihre Nesselsucht. Der vorliegende Fragebogen hilft Ihnen dabei. Sie finden ihn in folgendem Dokument, das Sie ausdrucken und ausfüllen können: Tipps für das Arztgespräch

Quiz zur chronischen spontanen Urtikaria

1. Zu den Symptomen der Urtikaria gehören die Quaddel und das Angioödem, die auch gemeinsam auftreten können. Wie unterscheiden sich Quaddel und Angioödem? Es können mehrere Antworten richtig sein.

Tiefe der Hautschwellung
Beim Angioödem sind die Hautschwellungen tiefer.
Dauer des Auftretens
Die Rückbildung dauert beim Angioödem mit bis zu 72 Stunden wesentlich länger als bei der Quaddel, die sich jeweils innerhalb von 24 Stunden zurückbildet.
Körperstelle des Auftretens
Das Angioödem tritt, im Gegensatz zur Quaddel, häufig an Lippen, Augenlidern und anderen Körperstellen wie z.B. der Hand auf.

2. Wissen Sie, wie man eine akute Urtikaria von einer chronischen Urtikaria unterscheidet?

Über die Größe der Quaddeln
Die Größe der Quaddeln unterscheidet sich zwischen der chronischen und der akuten Urtikaria nicht.
Über die Dauer der Symptome
Dauern die Symptome länger als sechs Wochen an, spricht man nicht mehr von einer akuten, sondern von einer chronischen Urtikaria.
Indem man die Auslöser erkennt
Sowohl bei der chronischen als auch der akuten Urtikaria können die Auslöser bekannt sein oder unbekannt.

3. Es gibt verschiedene Formen der chronischen Urtikaria. Welche Aussage zur chronischen spontanen Urtikaria ist richtig?

Die Auslöser sind bekannt.
Auslösende Ursachen sind bei der chronischen spontanen Urtikaria nicht unmittelbar bekannt. Ein Besuch beim Arzt kann helfen, hier Klarheit zu bekommen und die Erkrankung zu behandeln.
Die Auslöser sind physikalischer Natur wie Wärme, Kälte, etc.
Das sind die Auslöser der „Physikalischen Urtikaria“, einer Form der chronischen Urtikaria. Die Auslöser der chronischen spontanen Urtikaria sind nicht unmittelbar bekannt. Ein Besuch beim Arzt kann helfen, hier Klarheit zu bekommen und die Erkrankung zu behandeln.
Es gibt vielfältige Auslöser
Der chronischen spontanen Urtikaria können vielfältige Auslöser zu Grunde liegen. Ein Besuch beim Arzt kann helfen, hier Klarheit zu bekommen und die Erkrankung zu behandeln.

4. Es gibt verschiedene medikamentöse Möglichkeiten zur Behandlung der Urtikaria. Dabei werden in besonderen Fällen eines akuten schweren Krankheitsausbruches auch Kortisonpräparate verschrieben. In Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses sollte Kortison aber nur in diesen besonderen Fällen und innerhalb eines sehr begrenzten Einnahmezeitraumes eingenommen werden. Welche Aussage zur Dauer der Kortisontherapie bei Urtikaria ist richtig?

Kortison kann unbegrenzt eingenommen werden.
Durch eine unbegrenzte Einnahme von Kortison können körperliche Schäden auftreten.
Kortison sollte nicht länger als 10 Wochen eingenommen werden.
Die Einnahme von Kortison über Wochen kann körperliche Schäden hervorrufen.
Kortison sollte nicht länger als 10 Tage eingenommen werden.
Der Einnahmezeitraum sollte 10 Tage nicht überschreiten, um körperliche Schäden zu vermeiden.

5. In schweren und chronischen Fällen, in denen auch ein Antihistaminikum nicht hilft, kann man mit dem Arzt mögliche weitere Therapien besprechen. Welcher Arzt ist hierzu der richtige Ansprechpartner?

Hautarzt (Dermatologe)
Für das Gespräch mit dem Hautarzt haben wir für Sie Tipps erstellt, die Sie sich hier herunterladen können: Tipps für das Arztgespräch. Zudem bieten wir auf unserer Website eine Arztsuche an. (Im nächsten Step „Links“ zu finden.)
Hausarzt
Für das Gespräch mit dem Hausarzt haben wir für Sie Tipps erstellt, die Sie sich hier herunterladen können: Tipps für das Arztgespräch. Zudem bieten wir auf unserer Website eine Arztsuche an. (Im nächsten Step „Links“ zu finden.)
Urtikaria-Sprechstunde
Für das Gespräch mit dem Behandlungszentrum haben wir für Sie Tipps erstellt, die Sie sich hier herunterladen können: Tipps für das Arztgespräch. Zudem bieten wir auf unserer Website eine Arztsuche an. (Im nächsten Step „Links“ zu finden.)

Glückwunsch!

Herzlichen Glückwunsch – Sie haben viel über „Ihre“ Urtikaria gelernt!

Wissen zur chronischen Urtikaria mit Auslösern

Symptome der Urtikaria

Die plötzlich auftretenden juckenden oberflächlichen Erhebungen (Schwellungen) der Haut mit einer Rötung nennt man Quaddeln. Die Quaddeln entstehen an verschiedenen Körperstellen – mal hier, mal da – und sind in ihrem jeweiligen Auftreten flüchtig, d. h. sie bilden sich innerhalb von 24 Stunden wieder zurück. Insgesamt ein unangenehmer Zustand, den man schnell ändern möchte, denn das kann die pure Qual sein. Die Größe der Quaddeln variiert dabei von sehr klein bis handtellergroß.

Bei einigen Patienten kann es zusätzlich zu einer tiefen, ausgeprägten Hautschwellung, dem sogenannten Angioödem kommen. Diese Angioödeme können schmerzhaft sein und sind, wenn sie auftreten, dann häufig an Lippen, Augenlidern und anderen Körperstellen zu finden, wie zum Beispiel der Hand. Die Rückbildung dauert mit bis zu 72 Stunden wesentlich länger als bei jeder einzelnen Quaddel.

Bei der chronischen Urtikaria mit bekannten Auslösern – der sog. chronischen induzierbaren Urtikaria – kommt es zu einem wiederkehrenden induzierten Auftreten von juckenden Quaddeln, Angioödemen oder sogar beiden Symptomen für einen Zeitraum von mehr als 6 Wochen.

Der ständige Juckreiz und die zum Teil offensichtlichen Hauterscheinungen können sich natürlich auf die Stimmung schlagen – man fühlt sich antriebslos und matt. Der Mediziner spricht dann von einer depressiven Verstimmung. Wenn Sie diese Symptome im Zusammenhang mit einer Urtikaria haben, sollten Sie mit einem Hautarzt darüber sprechen.

In der Filmsequenz sind die Symptome der Urtikaria noch einmal beschrieben.

Symptome der Urtikaria bei Anaphylaxie

Die Symptome der Urtikaria wie Schwellung und Rötung der Haut sind auch bei der Maximalform einer allergischen Reaktion, der anaphylaktischen Reaktion, vorhanden. Hier ist aber – im Gegensatz zur Urtikaria – ein Allergen der Auslöser, z. B. in Form eines Arzneimittels, eines Nahrungsmittels oder eines Insektengiftes.

In diesem Fall kommt es innerhalb weniger Sekunden bis Minuten zu Juckreiz, plötzlicher Rötung der Haut – dem sog. Flush – bis hin zu Schwellungen der Haut, Atemnot und Blutdruckabfall. Dies kann bei schweren Ausprägungen sogar bis zum Herz-Kreislauf-Stillstand führen. In dieser lebensbedrohlichen Situation spricht man dann vom sog. anaphylaktischen Schock. Sofortiges Handeln und notärztliche Betreuung sind absolut notwendig. Diese Situation grenzt sich klar von der oben beschriebenen Urtikaria ab.

Ursachen der chronischen Urtikaria mit Auslösern

Heute weiß man, dass der Urtikaria mit Auslösern, der sog. chronischen induzierbaren Urtikaria, vielfältige Ursachen zu Grunde liegen können.

Die physikalische Urtikaria, eine Form der chronischen induzierbaren Urtikaria hat als auslösende Faktoren:

Kälte (Kältekontakturtikaria), Wärme (Wärmekontakturtikaria), Druck (Druckurtikaria), Licht (Lichturtikaria) und Vibrationen auf der Haut (Vibrationsinduziertes Angioödem), Einwirken von Scherkräften auf der Haut, wie sie z. B. beim Reiben, Kratzen oder Scheuern der Haut entstehen (Urticaria factitia, sog. Schreibhaut).

Weitere Auslöser der chronischen induzierbaren Urtikaria können sein:

Wasser (Aquagene Urtikaria), eine Erhöhung der Körperkerntemperatur z. B. durch Stress, scharfe Speisen, einen Saunabesuch oder körperliche Anstrengung (Cholinerge Urtikaria), Kontakt mit auslösenden Substanzen (Kontakturtikaria).

Bei der chronischen induzierbaren Urtikaria sind die verschiedenen auslösenden Reize für die Ausschüttung von Histamin ins Blut verantwortlich.

Grundsätzlich ist es so, dass spezielle Zellen – die sog. Mastzellen – nach Aktivierung Stoffe (z. B. das Histamin) ausschütten, die der körpereigenen Abwehr gegenüber „Eindringlingen“ dienen. Diese Abwehrreaktion führt zu Urtikaria-Symptomen. Im Falle der Urtikaria ist es allerdings so, das nicht genau verstanden ist, warum dieses System aktiviert wird.

Für die induzierbare Urtikaria ist noch nicht genau geklärt, auf welchem Weg die Ausschüttung der Botenstoffe aktiviert wird.

Die Mastzelle schüttet Botenstoffe aus, die dann auf Gefäße der Haut wirken und die juckenden Quaddeln sowie auch das Angioödem entstehen lassen.

Berücksichtigt werden muss, dass eine Urtikaria auch durch psychischen Stress verstärkt bzw. hervorgerufen werden kann. Stress kann besonders den Juckreiz auslösen und verstärken.

Was bei einer Urtikaria in der Haut passiert, wird in der Filmsequenz noch einmal erklärt.

Therapieoptionen bei chronischer Urtikaria mit Auslösern

Zunächst sollte versucht werden, mögliche Ursachen zu identifizieren und zu beseitigen bzw. zu vermeiden. Bei der induzierbaren Urtikaria ist es wichtig, auch die sog. „Reizschwelle“ zu kennen – das ist die kleinste Reizintensität, mit der die Symptome ausgelöst werden können.

Das Vermeiden des auslösenden Reizes ist in manchen Fällen schwierig – z. B. bei der Lichturtikaria. Hier bietet sich die Bestimmung des Wellenspektrums, das den Reiz auslöst (= Reizschwelle), und die Verwendung von UV-Schutz zur Vermeidung der Symptome an.

Bei einer Druckurtikaria sollte darauf hingewiesen werden, dass durch die Verteilung der Kraft auf eine größere Fläche der punktuell einwirkende Druck vermindert werden kann.

Die Entstehung von Symptomen bei einer sog. „Schreibhaut“, der dermographischen Urtikaria (Urtikaria facticia), kann durch die Verminderung von Reibung auf der Haut verhindert werden.

Falls der auslösende Reiz nicht dauerhaft beseitigt bzw. gemieden werden kann, behandelt der Arzt die Symptome der chronischen Verläufe in der Regel mit einem Medikament, einem sog. Antihistaminikum.

Diese Antihistaminika sind Wirkstoffe, welche die Effekte der körpereigenen Substanz Histamin blockieren und damit die Entstehung der Symptome wie Juckreiz, Rötung, Quaddeln und Angioödem verhindern.

Im ersten Schritt der Urtikaria-Therapie wird normalerweise ein Antihistaminikum, das in der Regel nicht müde macht, in einer üblichen Dosierung angewendet. Es sollte jeden Tag im empfohlenen Behandlungszeitraum eingenommen werden, damit die Urtikaria gar nicht erst wieder auftreten kann.

Führt das Antihistaminikum innerhalb von ein bis vier Wochen nicht zur Beschwerdefreiheit, besprechen Sie bitte mit Ihrem Hautarzt, welche weiteren Therapieoptionen für Sie in Frage kommen. Er kann Sie auch – wenn es notwendig ist – gezielt an einen Spezialisten überweisen. Einige Kliniken bieten sogar Urtikaria-Sprechstunden an.

Sollten die oben genannten Therapien nicht ausreichen, kann auch der Einsatz eines kurzfristigen Glukokortikosteroides, umgangssprachlich als Kortison bekannt, in Erwägung gezogen werden. Es sollte aber immer nur kurzfristig bei einem akuten schweren Ausbruch (eine sog. Exazerbation) der Urtikaria über einen Zeitraum von bis zu maximal zehn Tagen angewendet werden.

Tipps für Ihren Arztbesuch

Der Arzt erkennt die Urtikaria am besten, wenn die Symptome deutlich sichtbar sind; ihm reicht dann ein Blick – die sogenannte „Blickdiagnose“.

Ein Tipp: Es ist meist schwierig, spontan einen Arzttermin zu erhalten. Im digitalen Zeitalter können Sie sich hervorragend helfen: Ein Foto, mit der Digitalkamera oder dem Smartphone aufgenommen, ermöglicht es dem Behandler, sich ein Bild von der Erkrankung zu machen.

Der Arzt geht in der Regel folgendermaßen vor:

  1. Eine sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese)
  2. Die körperliche Untersuchung

Der Nachweis des auslösenden Reizes und die Bestimmung der Reizschwelle stehen im Mittelpunkt der Diagnostik der chronischen induzierbaren Urtikaria. Ist der Auslöser bekannt, lässt sich die Erkrankung gezielter behandeln.

Bei der physikalischen Urtikaria wird ein „Provokationstest“ durchgeführt. Hier versucht der Arzt z. B. bei der Kältekontakturtikaria mit Hilfe von Eiswürfeln oder kaltem Wasser die Schwelle zu bestimmen, bei der die Symptome ausgelöst werden, und kann so die Diagnose stellen. Bei der cholinergen Urtikaria gehören zur Routinediagnostik Anstrengungstests und ein heißes Bad.

Bei der Wärmekontakturtikaria wird ein Wärmeprovokationstest durchgeführt. Bei der Kontakturtikaria wird ein Hautprovokationstest (z. B. Prick-Test) angelegt und direkt an der Haut abgelesen. Bei der Lichturtikaria werden Wellenlänge und Reizschwelle bestimmt und andere Hauterkrankungen, die auch durch Licht verursacht werden, ausgeschlossen.

Bei der Kältekontakturtikaria und bei der dermographischen Urtikaria, der sog. „Schreibhaut“, können spezielle Blutuntersuchungen sinnvoll sein. Zum Beispiel:

  • ein großes Blutbild (Differenzialblutbild)
  • die Bestimmung der Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)
  • die Bestimmung des C-reaktiven Proteins (CRP)

Bei der Kältekontakturtikaria sollte man auch andere Erkrankungen, v. a. Infekte, ausschließen.

Ein Tipp: Bereiten Sie sich auf das Gespräch mit Ihrem Arzt vor und notieren Sie jetzt schon alle relevanten Beobachtungen über Ihre Nesselsucht. Der vorliegende Fragebogen hilft Ihnen dabei. Sie finden ihn in folgendem Dokument, das Sie ausdrucken und ausfüllen können: Tipps für das Arztgespräch

Quiz zur chronischen Urtikaria mit Auslösern

1. Zu den Symptomen der Urtikaria gehören die Quaddel und das Angioödem, die auch gemeinsam auftreten können. Wie unterscheiden sich Quaddel und Angioödem? Es können mehrere Antworten richtig sein.

Tiefe der Hautschwellung
Beim Angioödem sind die Hautschwellungen tiefer.
Dauer des Auftretens
Die Rückbildung dauert beim Angioödem mit bis zu 72 Stunden wesentlich länger als bei der Quaddel, die sich jeweils innerhalb von 24 Stunden zurückbildet.
Körperstelle des Auftretens
Das Angioödem tritt, im Gegensatz zur Quaddel, häufig an Lippen, Augenlidern und anderen Körperstellen wie z. B. der Hand auf.

2. Wissen Sie, wie man eine akute Urtikaria von einer chronischen Urtikaria unterscheidet?

Über die Größe der Quaddeln
Die Größe der Quaddeln unterscheidet sich zwischen der akuten und der chronischen Urtikaria nicht.
Über die Dauer der Symptome
Dauern die Symptome länger als sechs Wochen an, spricht man nicht mehr von einer akuten, sondern von einer chronischen Urtikaria.
Indem man die Auslöser erkennt
Sowohl bei der akuten als auch der chronischen Urtikaria können die Auslöser bekannt sein oder unbekannt.

3. Welche Aussage zur chronischen induzierbaren Urtikaria ist richtig? Es können mehrere Aussagen richtig sein.

Es gibt keine Auslöser.
Der chronischen induzierbaren Urtikaria liegen auslösende Reize zu Grunde. Kennt man den Auslöser und die Reizschwelle, lässt sich die Urtikaria gezielter behandeln. Ein Besuch beim Arzt kann helfen, hier Klarheit zu bekommen und die Erkrankung gezielt zu behandeln.
Die Auslöser können physikalischer Natur sein – z. B. Wärme, Kälte, etc.
Die sog. „Physikalische Urtikaria“, ist eine Form der chronischen induzierbaren Urtikaria. Ein Besuch beim Arzt kann helfen, hier Klarheit zu bekommen und die Erkrankung gezielt zu behandeln.
Die Bestimmung der Reizschwelle ist wichtig.
Bei der chronischen induzierbaren Urtikaria ist es hilfreich die Reizschwelle zu kennen, bei der die Symptome ausgelöst werden. Ein Besuch beim Arzt kann helfen, hier Klarheit zu bekommen und die Erkrankung gezielt zu behandeln.

4. Es gibt verschiedene medikamentöse Möglichkeiten zur symptomatischen Behandlung der chronischen induzierbaren Urtikaria, für die ein ursächlicher Behandlungsansatz nicht verfügbar oder nicht ausreichend wirksam ist. Welche Aussage ist richtig? Es können auch mehrere Aussagen richtig sein.

Ein Antihistaminikum kann helfen.
Medikamente wie Antihistaminika können die Symptome lindern, wenn der auslösende Reiz nicht (ausreichend) vermieden oder eliminiert werden kann.
Kortison ist das Mittel der ersten Wahl.
Kortison ist nicht das Mittel der ersten Wahl zur Behandlung der chronischen induzierbaren Urtikaria.
Hilft das Antihistaminikum nicht, gibt es möglicherweise weitere therapeutische Optionen.
Führt das Antihistaminikum im empfohlenen Behandlungszeitraum nicht zur Beschwerdefreiheit, ist es hilfreich, sich an den Arzt zu wenden. Möglicherweise kommen für Sie andere Therapieoptionen als Antihistaminika in Frage.

5. In schweren und chronischen Fällen, in denen auch ein Antihistaminikum nicht hilft, kann man mit dem Arzt mögliche weitere Therapien besprechen. Welcher Arzt ist hierzu der richtige Ansprechpartner?

Hautarzt (Dermatologe)
Für das Gespräch mit dem Hautarzt haben wir für Sie Tipps erstellt, die Sie sich hier herunterladen können: Tipps für das Arztgespräch. Zudem bieten wir auf unserer Website eine Arztsuche an. (Im nächsten Step „Links“ zu finden.)
Hausarzt
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Urtikaria-Sprechstunde
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Glückwunsch!

Herzlichen Glückwunsch – Sie haben viel über „Ihre“ Urtikaria gelernt!

Wissen zur chronischen Urtikaria

Symptome der Urtikaria

Die plötzlich auftretenden juckenden oberflächlichen Erhebungen (Schwellungen) der Haut mit einer Rötung nennt man Quaddeln. Die Quaddeln entstehen an verschiedenen Körperstellen – mal hier, mal da – und sind in ihrem jeweiligen Auftreten flüchtig, d. h. sie bilden sich innerhalb von 24 Stunden wieder zurück. Insgesamt ein unangenehmer Zustand, den man schnell ändern möchte, denn das kann die pure Qual sein. Die Größe der Quaddeln variiert dabei von sehr klein bis handtellergroß.

Bei einigen Patienten kann es zusätzlich zu einer tiefen, ausgeprägten Hautschwellung, dem sogenannten Angioödem kommen. Diese Angioödeme können schmerzhaft sein und sind, wenn sie auftreten, dann häufig an Lippen, Augenlidern und anderen Körperstellen zu finden, wie zum Beispiel der Hand. Die Rückbildung dauert mit bis zu 72 Stunden wesentlich länger als bei jeder einzelnen Quaddel.

Bei der chronischen Urtikaria kommt es zu einem wiederkehrenden, spontanen oder induzierbaren Auftreten von juckenden Quaddeln, Angioödemen oder sogar beiden Symptomen für einen Zeitraum von mehr als 6 Wochen.

Der ständige Juckreiz und die zum Teil offensichtlichen Hauterscheinungen können sich natürlich auf die Stimmung schlagen – man fühlt sich antriebslos und matt. Der Mediziner spricht dann von einer depressiven Verstimmung. Wenn Sie diese Symptome im Zusammenhang mit einer Urtikaria haben, sollten Sie mit einem Hautarzt darüber sprechen.

In der folgenden Filmsequenz sind die Symptome der Urtikaria noch einmal beschrieben.

Symptome der Urtikaria bei Anaphylaxie

Die Symptome der Urtikaria wie Schwellung und Rötung der Haut sind auch bei der Maximalform einer allergischen Reaktion, der anaphylaktischen Reaktion, vorhanden. Hier ist aber – im Gegensatz zur Urtikaria – ein Allergen der Auslöser, z. B. in Form eines Arzneimittels, eines Nahrungsmittels oder eines Insektengiftes.

In diesem Fall kommt es innerhalb weniger Sekunden bis Minuten zu Juckreiz, plötzlicher Rötung der Haut – dem sog. Flush – bis hin zu Schwellungen der Haut, Atemnot und Blutdruckabfall. Dies kann bei schweren Ausprägungen sogar bis zum Herz-Kreislauf-Stillstand führen. In dieser lebensbedrohlichen Situation spricht man dann vom sog. anaphylaktischen Schock. Sofortiges Handeln und notärztliche Betreuung sind absolut notwendig. Diese Situation grenzt sich klar von der oben beschriebenen Urtikaria ab.

Ursachen der chronischen Urtikaria

Heute weiß man, dass der Urtikaria vielfältige Ursachen zu Grunde liegen können.

Mögliche Ursachen der chronischen spontanen Urtikaria ohne bekannte Auslöser können chronische Infektionen sein, wie z. B. im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Es können aber auch nicht-allergische Überempfindlichkeitsreaktionen zu Grunde liegen – dabei reagiert der Körper auf spezifische Substanzen, etwa Lebensmittel, Lebensmittelzusatzstoffe und/oder Medikamente.

Die physikalische Urtikaria, eine Form der chronisch induzierbaren Urtikaria, hat als auslösende Faktoren:

Kälte (Kältekontakturtikaria), Wärme (Wärmekontakturtikaria), Druck (Druckurtikaria), Licht (Lichturtikaria) und Vibrationen auf der Haut (Vibrationsinduziertes Angioödem), Einwirken von Scherkräften auf der Haut, wie sie z. B. beim Reiben, Kratzen oder Scheuern der Haut entstehen (Urticaria factitia, sog. Schreibhaut).

Weitere Auslöser der chronischen induzierbaren Urtikaria können sein:

Wasser (Aquagene Urtikaria), eine Erhöhung der Körperkerntemperatur z. B. durch Stress, scharfe Speisen, einen Saunabesuch oder körperliche Anstrengung (Cholinerge Urtikaria), Kontakt mit auslösenden Substanzen (Kontakturtikaria).

Bei der chronischen induzierbaren Urtikaria sind die verschiedenen auslösenden Reize für die Ausschüttung von Histamin ins Blut verantwortlich.

Grundsätzlich ist es so, dass spezielle Zellen – die sog. Mastzellen – nach Aktivierung Stoffe (z. B. das Histamin) ausschütten, die der körpereigenen Abwehr gegenüber „Eindringlingen“ dienen. Diese Abwehrreaktion führt zu Urtikaria-Symptomen. Im Falle der Urtikaria ist es allerdings so, dass nicht genau verstanden ist, warum dieses System aktiviert wird.

Man weiß aber, dass die Ausschüttung der Stoffe wie Histamin auf verschiedenen Wegen aktiviert werden kann. Ein wichtiger Weg ist der immunologische Weg über körpereigene Eiweiße, sog. IgE-Antikörper. Sie wehren körperfremde Stoffe ab und spielen bei Allergien eine Rolle.

Für die induzierbare Urtikaria ist noch nicht genau geklärt, auf welchem Weg die Ausschüttung der Botenstoffe aktiviert wird.

Die Mastzelle schüttet Botenstoffe aus, die dann auf Gefäße der Haut wirken und die juckenden Quaddeln sowie auch das Angioödem entstehen lassen.

Berücksichtigt werden muss, dass eine Urtikaria auch durch psychischen Stress verstärkt bzw. hervorgerufen werden kann. Stress kann besonders den Juckreiz auslösen und verstärken.

Was bei einer Urtikaria in der Haut passiert, wird in der Filmsequenz noch einmal erklärt.

Therapieoptionen bei chronischer Urtikaria

Zunächst sollte versucht werden, mögliche Ursachen zu identifizieren und zu beseitigen bzw. zu vermeiden. Bei der induzierbaren Urtikaria ist es wichtig, auch die sog. „Reizschwelle“ zu kennen – das ist die kleinste Reizintensität, mit der die Symptome ausgelöst werden können.

Falls ein körperlicher Grund, zum Beispiel ein chronischer Infekt oder psychischer Stress, gefunden wird, sollte dieser zuerst beseitigt werden. Sollte es nicht möglich sein, den Auslöser zu vermeiden, behandelt der Arzt chronische Verläufe in der Regel mit einem Medikament, einem sog. Antihistaminikum. Diese Antihistaminika sind Wirkstoffe, welche die Effekte der körpereigenen Substanz Histamin blockieren und damit die Entstehung der Symptome wie Juckreiz, Rötung, Quaddeln und Angioödem verhindern.

Im ersten Schritt der Urtikaria-Therapie wird normalerweise ein Antihistaminikum, das in der Regel nicht müde macht, in einer üblichen Dosierung angewendet. Es sollte jeden Tag im empfohlenen Behandlungszeitraum eingenommen werden, damit die Urtikaria gar nicht erst wieder auftreten kann.

Führt das Antihistaminikum innerhalb von ein bis vier Wochen nicht zur Beschwerdefreiheit, besprechen Sie bitte mit Ihrem Hautarzt, welche weiteren Therapieoptionen für Sie in Frage kommen. Auch Ihr Hausarzt kann Ihnen weiterhelfen. Er kann Sie auch – wenn es notwendig ist – gezielt an einen Spezialisten überweisen. Einige Kliniken bieten sogar Urtikaria-Sprechstunden an.

Sollten die oben genannten Therapien nicht ausreichen, kann auch der Einsatz eines kurzfristigen Glukokortikosteroides, umgangssprachlich als Kortison bekannt, in Erwägung gezogen werden. Es sollte aber immer nur kurzfristig bei einem akuten schweren Ausbruch (eine sog. Exazerbation) der Urtikaria über einen Zeitraum von bis zu maximal zehn Tagen angewendet werden.

Tipps für Ihren Arztbesuch

Der Arzt erkennt die Urtikaria am besten, wenn die Symptome deutlich sichtbar sind, ihm reicht dann ein Blick – die sogenannte „Blickdiagnose“.

Ein Tipp: Es ist meist schwierig, spontan einen Arzttermin zu erhalten. Im digitalen Zeitalter können Sie sich hervorragend helfen: Ein Foto, mit der Digitalkamera oder dem Smartphone aufgenommen, ermöglicht es dem Behandler, sich ein Bild von der Erkrankung zu machen.

Die Basisuntersuchung durch den Arzt beinhaltet in der Regel zunächst:

  1. Eine sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese)
  2. Die körperliche Untersuchung
  3. Den Ausschluss bedeutsamer Erkrankungen – wie entzündliche Grunderkrankungen – durch spezielle Blutuntersuchungen, zum Beispiel ein großes Blutbild (sog. Differentialblutbild), die Bestimmung der Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und des C-reaktiven Proteins (CRP).

Bei Verdacht auf eine chronische induzierbare Urtikaria steht der Nachweis des auslösenden Reizes und der Reizschwelle im Vordergrund.

Bei der physikalischen Urtikaria wird ein „Provokationstest“ durchgeführt.
Bei der Kältekontakturtikaria wird z. B. mit Hilfe von Eiswürfeln oder kaltem Wasser die Schwelle bestimmt, bei der die Symptome auftreten.
Bei der Wärmekontakturtikaria wird ein Wärmeprovokationstest durchgeführt.
Bei der Kontakturtikaria wird ein Hautprovokationstest (z. B. Prick-Test) angelegt und direkt an der Haut abgelesen.
Bei der Lichturtikaria werden Wellenlänge und Reizschwelle bestimmt und andere Hauterkrankungen, die auch durch Licht verursacht werden, ausgeschlossen.
Bei der cholinergen Urtikaria gehören zur Routinediagnostik Anstrengungstests und ein heißes Bad.

Bei schwerer und lang bestehender Urtikaria wird empfohlen, durch weitere Untersuchungen eventuell versteckte chronische Infekte oder eine Immunreaktion auszuschließen. Eine geeignete Diät kann gegebenenfalls Hinweise auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit geben. Ist die Ursache der chronischen Urtikaria identifiziert, lässt sich die Erkrankung gezielter behandeln. Auch wenn kein Auslöser gefunden wird – was häufig bei der chronischen spontanen Urtikaria der Fall ist – können die Symptome der Urtikaria dennoch therapiert werden.

Ein Tipp: Bereiten Sie sich auf das Gespräch mit Ihrem Arzt vor und notieren Sie jetzt schon alle relevanten Beobachtungen über Ihre Nesselsucht. Der vorliegende Fragebogen hilft Ihnen dabei. Sie finden ihn in folgendem Dokument, das Sie ausdrucken und ausfüllen können: Tipps für das Arztgespräch

Quiz zur chronischen Urtikaria

1. Zu den Symptomen der Urtikaria gehören die Quaddel und das Angioödem, die auch gemeinsam auftreten können. Wie unterscheiden sich Quaddel und Angioödem? Es können mehrere Antworten richtig sein.

Tiefe der Hautschwellung
Beim Angioödem sind die Hautschwellungen tiefer.
Dauer des Auftretens
Die Rückbildung dauert beim Angioödem mit bis zu 72 Stunden wesentlich länger als bei der Quaddel, die sich jeweils innerhalb von 24 Stunden zurückbildet.
Körperstelle des Auftretens
Das Angioödem tritt, im Gegensatz zur Quaddel, häufig an Lippen, Augenlidern und anderen Körperstellen wie z. B. der Hand auf.

2. Wissen Sie, wie man eine chronisch induzierbare Urtikaria von einer chronischen spontanen Urtikaria unterscheidet?

Über die Größe der Quaddeln
Die Größe der Quaddeln ist bei der chronischen induzierbaren Urtikaria und der chronischen spontanen Urtikaria nicht unterschiedlich.
Über die Dauer der Symptome
Die Symptome dauern bei beiden chronischen Formen länger als sechs Wochen an.
Über die Auslöser
Bei der chronischen spontanen Urtikaria sind die Auslöser nicht unmittelbar bekannt; der chronischen induzierbaren Urtikaria liegen auslösende Reize zu Grunde. Bei beiden Formen kann ein Besuch beim Arzt kann helfen, Klarheit zu bekommen und die Erkrankung gezielt zu behandeln.

3. Welche Aussage zur chronischen spontanen Urtikaria ist richtig?

Die Auslöser sind bekannt.
Auslösende Ursachen sind bei der chronischen spontanen Urtikaria nicht unmittelbar bekannt. Ein Besuch beim Arzt kann helfen, hier Klarheit zu bekommen und die Erkrankung zu behandeln.
Die Auslöser sind physikalischer Natur wie Wärme, Kälte, etc.
Das sind die Auslöser der „Physikalischen Urtikaria“, einer Form der chronischen Urtikaria. Die Auslöser der chronischen spontanen Urtikaria sind nicht unmittelbar bekannt. Ein Besuch beim Arzt kann helfen, hier Klarheit zu bekommen und die Erkrankung zu behandeln.
Es gibt vielfältige Ursachen.
Der chronischen spontanen Urtikaria können vielfältige Ursachen zu Grunde liegen. Ein Besuch beim Arzt kann helfen, hier Klarheit zu bekommen und die Erkrankung zu behandeln.

4. Es gibt verschiedene medikamentöse Möglichkeiten zur Behandlung der Urtikaria. Dabei werden in besonderen Fällen eines akuten schweren Krankheitsausbruches auch Kortisonpräparate verschrieben. In Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses sollte Kortison aber nur in diesen besonderen Fällen und innerhalb eines sehr begrenzten Einnahmezeitraumes eingenommen werden. Welche Aussage zur Dauer der Kortisontherapie bei Urtikaria ist richtig?

Kortison kann unbegrenzt eingenommen werden.
Durch eine unbegrenzte Einnahme von Kortison können körperliche Schäden auftreten.
Kortison sollte nicht länger als 10 Wochen eingenommen werden.
Die Einnahme von Kortison über Wochen kann körperliche Schäden hervorrufen.
Kortison sollte nicht länger als 10 Tage eingenommen werden.
Der Einnahmezeitraum sollte 10 Tage nicht überschreiten, um körperliche Schäden zu vermeiden.

5. In schweren und chronischen Fällen, in denen auch ein Antihistaminikum nicht hilft, kann man mit dem Arzt mögliche weitere Therapien besprechen. Welcher Arzt ist hierzu der richtige Ansprechpartner?

Hautarzt (Dermatologe)
Für das Gespräch mit dem Hautarzt haben wir für Sie Tipps erstellt, die Sie sich hier herunterladen können: Tipps für das Arztgespräch. Zudem bieten wir auf unserer Website eine Arztsuche an. (Im nächsten Step „Links“ zu finden.)
Hausarzt
Für das Gespräch mit dem Hausarzt haben wir für Sie Tipps erstellt, die Sie sich hier herunterladen können: Tipps für das Arztgespräch. Zudem bieten wir auf unserer Website eine Arztsuche an. (Im nächsten Step „Links“ zu finden.)
Urtikaria-Sprechstunde
Für das Gespräch mit dem Behandlungszentrum haben wir für Sie Tipps erstellt, die Sie sich hier herunterladen können: Tipps für das Arztgespräch. Zudem bieten wir auf unserer Website eine Arztsuche an. (Im nächsten Step „Links“ zu finden.)

Glückwunsch!

Herzlichen Glückwunsch – Sie haben viel über „Ihre“ Urtikaria gelernt!

Quellen

Zuberbier T, et al. The EAACI/GA2LEN/EDF/WAO Guideline for the definition, classification, diagnosis, and management of urticaria: the 2013 revision and update. Allergy 2014; DOI: 10.1111/all.12313.

Maurer M, Diagnostik und Therapie der chronischen Urtikaria: Ein Report der öffentlichen Konsensuskonferenz „Urticaria 2012“. Allergo J 2013; 22(5) 324–9.

Ring J, et al. S2-Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie, Allergo J Int 2014; 23: 96.