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Teufelskreis
  • Schuppenflechte löst Stress aus, was die Krankheitsbeschwerden verschlimmern kann, wodurch der Stresspegel noch weiter ansteigt – ein Teufelskreis. Wichtig ist, dass Betroffene etwas dagegen tun. Denn die Belastungen nur zu verdrängen, könnte laut Studien zu heftiger ausfallenden Psoriasis-Schüben führen.
  • Die Beschwerden sollten durch den Hautarzt behandelt werden, um dem Kreislauf von Schuppenflechte und Stress zu entkommen. Gleichzeitig helfen Methoden zur Stressbewältigung und eine bewusste Krankheitsverarbeitung.

Wenn aus Schuppenflechte und Stress ein Teufelskreis entsteht

Zwischen Schuppenflechte und Stress besteht eine Wechselwirkung: Einerseits belasten die chronisch-entzündlichen Hautrötungen mit Schuppenbildung den Lebensalltag der Betroffenen erheblich und lösen so Stress aus. Andererseits gelten psychische Belastungen, wie Stress, unter Medizinern als Schuppenflechte-Auslöser. Wie können Betroffene diesem Teufelskreis entkommen?

Schuppenflechte und Stress: Warum ein großes Thema?

Warum Menschen mit Schuppenflechte (Psoriasis) unter Stress und starken psychischen Belastungen leiden, haben bereits mehrere wissenschaftliche Studien untersucht. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Stigmatisierung durch das soziale Umfeld, die mit der chronischen Erkrankung der Haut einhergeht.1

Psychischer Stress entsteht häufig, wenn Erkrankte ihr Hautbild als entstellend empfinden und sie sich hilflos und ohnmächtig gegenüber der Krankheit fühlen.

Deshalb leiden Menschen mit Schuppenflechte nicht selten unter einem angeknacksten Selbstbewusstsein, Angstgefühlen oder sogar Depressionen. Auch Schlafprobleme, die bei Psoriatikern häufig vorkommen, können den Stress verstärken.

Wie sich Schuppenflechte und Stress gegenseitig beeinflussen

Häufig haben psychische Aspekte und Stress-Faktoren einen ungünstigen Einfluss bei Psoriasis-Schüben. In Studien konnten bei Patienten in Stresssituationen bestimmte Entzündungsmarker im Blut nachgewiesen werden, weshalb Mediziner eine direkte Wechselwirkung zwischen mentalem Stress und Schuppenflechte vermuten.2,3

Laut Befragungen geben mehr als 50 Prozent der Schuppenflechte-Patienten an, dass sich ihr Hautbild aufgrund von Stress verschlechtert. Sowohl unangenehme Situationen im Alltag als auch negative, einschneidende Lebensereignisse scheinen die Schuppenflechte-Symptome zu aktivieren, so die S2-Leitlinie Psychosomatische Dermatologie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft.2

Die Folge: Die Betroffenen verarbeiten die Erkrankung schlechter. Bei gleichzeitigem Verdrängen von Stress und dessen Ursachen sowie des damit verbundenen psychischen Drucks kommt es häufig zu schnelleren und heftigeren Schuppenflechte-Schüben.

Es entsteht ein folgenschwerer Kreislauf zwischen Psyche und Psoriasis: Wenn die Symptome schlimmer werden, empfinden die Betroffenen stärkeren Stress und entwickeln mitunter seelische Folgeerkrankungen wie eine Depression. Oft reagieren sie dann mit Rückzug aus dem sozialen Umfeld. Daraus folgt neuer Stress, der zu einem erneuten Schuppenflechte-Schub beitragen oder bestehende Beschwerden verschlimmern kann.4

Wie entkommt man dem Kreislauf aus Schuppenflechte und Stress?

Folgende Maßnahmen helfen dabei, aus dem Teufelskreis von Schuppenflechte und Stress auszubrechen:

  • Methoden zur Entspannung und zum Stressabbau
  • Psychotherapie in der Gruppe oder einzeln
  • Besuch einer Selbsthilfegruppe
  • Patientenschulungen, durch die Betroffene lernen, mit ihrer Erkrankung bewusster umzugehen

 

Nach Angaben der Leitlinie Psychosomatische Dermatologie spielt es bereits bei der Diagnostik der Schuppenflechte durch einen Hautarzt eine wichtige Rolle, inwieweit die Lebensqualität des Patienten durch die Erkrankung eingeschränkt ist.

Wenn die Diagnose genau gestellt und auch der Schweregrad der Schuppenflechte korrekt festgelegt worden ist, kann eine angemessene Behandlung eingeleitet werden.

So kann eine mittelschwere oder schwere Schuppenflechte mit systemischen, von innen wirkenden Medikamenten behandelt werden. Wenn die Therapie anschlägt und sich das Hautbild bessert, reduziert sich in der Regel auch die Stressbelastung.5

Quellen:
1.Misha M. Heller, Eric S. Lee, John Y.M. Koo: Stress as an Influencing Factor in Psoriasis. Skin Therapy Letter, 2011;16(5), URL: http://www.skintherapyletter.com/2011/16.5/1.html. Zugriff am 25. Juli 2016.
2.Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): S2-Leitlinie Psychosomatische Dermatologie. Download (PDF): http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-024l_S2_Psychosomatische_Dermatologie.pdf. Zugriff am 25. Juli 2016.
3.Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris, S. 157. Download (PDF): http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-001l_S3_Psoriasis_vulgaris_Therapie_01_abgelaufen.pdf. Zugriff am 25. Juli 2016.
4.Dr. Steffen Fliegel: Die Haut als Spiegel der wunden Seele, Psoriasis-Netz, 30. Dezember 2003, URL: http://www.psoriasis-netz.de/themen/psyche/psyche-wunden.html. Zugriff am 25. Juli 2016.
5.Deutscher Psoriasis Bund e.V. (Hrsg.): Patientenleitlinie zur Behandlung der Psoriasis der Haut. Download: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-001p_S3_Psoriasis_vulgaris_2014-06.pdf. Zugriff am 25. Juli 2016.