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Nesselsucht?
Kein Grund aufzugeben!
Der Welt-Urtikaria-Tag 2016
  • Mehr als 800.000 Menschen leiden unter chronischer Nesselsucht. Trotzdem bekommt die Erkrankung bisher nur wenig Aufmerksamkeit. Viele Menschen mit chronischer Urtikaria gehen nicht mehr zum Hautarzt, weil sie sich von der Behandlung keinen Erfolg versprechen.
  • Am Welt-Urtikaria-Tag 2017 werden Betroffene und Angehörige über Nesselsucht informiert. Zudem soll die Aktion Patienten motivieren, ihren Hautarzt nach neuen Therapie-Optionen zu fragen – mittlerweile ist die Symptomfreiheit als neues Behandlungsziel festgelegt worden.

Nesselsucht? Du bist nicht allein! Der Welt-Urtikaria-Tag 2017

Am 1. Oktober 2017 ist zum vierten Mal Welt-Urtikaria-Tag – die Aktion informiert über Nesselsucht und den Fortschritt bei der Forschung. Der Info-Tag soll Betroffene motivieren, sich nicht entmutigen zu lassen und weiterhin nach einer Lösung zu suchen. Durch das plötzliche Auftreten von juckenden Quaddeln und Schwellungen ist die Lebensqualität der Erkrankten erheblich beeinträchtigt. Trotz der Schwere der Symptome und der Beeinträchtigung im Alltag ist die Nesselsucht eine Erkrankung, der bisher nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Welt-Urtikaria-Tag will aufklären und Mut machen

Am 1. Oktober 2017 werden Menschen mit chronischer Urtikaria und deren Partner über die Erkrankung und den Therapie-Fortschritt informiert.

Gleichzeitig soll die Aktion die Betroffenen ermutigen, sich nicht mit der Erkrankung abzufinden, sondern vielmehr beim Hautarzt nach möglichen Therapieoptionen zu fragen. Ziel ist es, die Versorgung und damit die Lebensqualität von Menschen mit chronischer Nesselsucht zu verbessern. Dabei hilft die offizielle Behandlungsleitlinien für chronische Urtikaria bekannt zu machen.

Die aktuelle internationale Urtikaria-Leitlinie empfiehlt behandelnden Hautärzten eine Drei-Stufen-Therapie. Falls ein zunächst verordnetes Antihistaminikum keine ausreichende Besserung bringt, stehen Ärzten weitere Wirkstoffe für die Behandlung zur Verfügung. Fragen Sie Ihren Hautarzt.

Chronische Urtikaria – unberechenbare Symptome beeinträchtigt die Lebensqualität

Ausgeprägter Juckreiz und Quaddelbildung belasten Menschen mit chronischer Urtikaria. Besonders die durch diese Symptome verursachten Schlaf- und Konzentrationsstörungen beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen erheblich.

Aber auch die Unberechenbarkeit, mit der die Symptome bei der chronisch spontanen Urtikaria auftreten, macht die Planung alltäglicher Aktivitäten oft unmöglich.

Zudem leidet ein Teil der Menschen mit chronischer Urtikaria unter sogenannten Angioödemen. Das sind Schwellungen der tieferen Hautschichten, die lange anhalten können und auf die Behandlung mit Antihistaminika häufig nur unzureichend ansprechen. Dies ist besonders unangenehm, wenn die Schwellungen im Gesicht auftreten.

Viele Patienten haben aufgegeben

Eine Online-Umfrage hat kürzlich ergeben, dass viele Menschen mit chronischer spontaner Urtikaria bereits resigniert haben und nicht mehr zum Arzt gehen. Das liegt in den meisten Fällen an der unzureichenden Wirkung der bisherigen Behandlung.1

Bei der Umfrage gaben nur 40 Prozent der Befragten mit Nesselsucht-Symptomen an, sich in ärztlicher Behandlung zu befinden. Bei Patienten, die bereits seit mehr als 15 Jahren unter chronischer Urtikaria litten, nahm lediglich noch rund ein Viertel der Patienten ärztliche Hilfe in Anspruch. Von den Menschen, die ganzjährig unter den Symptomen der chronischen Nesselsucht litten, ließen sich nur 38 Prozent behandeln.1

Da es große Fortschritte gibt, auch bei der Behandlung von Menschen mit schweren Krankheitsverläufen, sollten sich Betroffene bei Ihrem Hautarzt über alle zugelassenen Therapieformen erkundigen.

Quellen:
1. Maurer, M et al.: ATTENTUS, a German survey of chronic urticaria patients highlighting the burden of disease unmet needs and real-life clinical practice. Brit. J. Dermatol. 2016: 174; 892-894