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Zahlen, Fakten & Folgen
der Nesselsucht
  • In Europa leiden schätzungsweise 1,3 Prozent der Bevölkerung an Urtikaria. In Deutschland ist etwa 1 Prozent der Bevölkerung von der chronischen Form betroffen.
  • Am häufigsten manifestiert sich die Urtikaria zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Frauen erkranken doppelt so häufig wie Männer. Bisherige Urtikaria-Medikamente helfen nur jedem zweiten Patienten – viele hoffen auf neue Therapiemöglichkeiten.

Urtikaria (Nesselsucht) – Zahlen, Fakten und Folgen

Wie viele Menschen sind von Urtikaria betroffen? In welchem Alter tritt die Hautkrankheit auf? Wie viele Patienten leiden unter chronischer Urtikaria? Wie viele unter Angioödemen? Was sind die Folgen einer Erkrankung? Hier Zahlen und Fakten von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung – und aus der Fachliteratur. 

Urtikaria: 1,3 Prozent der Welt-Bevölkerung sind betroffen

1,3 Prozent der Welt-Bevölkerung von Urtikaria betroffen

Ob in Berlin, New York, Barcelona oder Tokio – die Urtikaria (Nesselsucht) ist eine gleichmäßig über die Welt verteilte, häufig vorkommende Hauterkrankung. In Europa leiden schätzungsweise 1,3 Prozent der Bevölkerung an Urtikaria.1

Von allen Patienten, die zum Hautarzt gehen, kommen rund 3 Prozent wegen der stark juckenden Hautquaddeln in die Sprechstunde.

In Deutschland tritt die Urtikaria nach Experten-Schätzung als akute Beschwerde bei jedem vierten Bundesbürger mindestens einmal im Erwachsenenleben auf.2,3

In den meisten Fällen heilt die Krankheit rasch ab. Es kommt jedoch bei weniger als einem Viertel aller Betroffenen zur chronischen Urtikaria.

Am häufigsten manifestiert sich die Urtikaria zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.

Ein erstmaliges Auftreten ist nach dem 70. Geburtstag eher selten.2,3

An Urtikaria erkranken Frauen doppelt so häufig wie Männer

Frauen erkranken öfter als Männer

Aus bislang ungeklärter Ursache erkranken Frauen deutlich häufiger als Männer. Gesicherte Zahlen bei der chronischen Nesselsucht deuten auf ein Geschlechterverhältnis von 2:1 hin.2,3

Von Beschwerden, die länger als sechs Wochen anhalten, ist laut Schätzungen derzeit etwa 1 Prozent der Bevölkerung betroffen.

Angaben zur Verteilung der Urtikaria-Patienten mit und ohne Angioödemen schwanken in der Literatur sehr stark. 33 bis 67 Prozent der Patienten leiden unter Quaddeln und Angioödemen.

Ausschließlich Angioödeme treten bei 1 bis 3 Prozent der chronisch erkrankten Patienten auf.

Wichtig: Im Gegensatz zu allergischen Erkrankungen hat die Häufigkeit von Urtikaria in den letzten 30 Jahren kaum zugenommen.

Urtikaria-Folgen sind chronische Schmerzen

Im Verlauf einer chronischen Urtikaria zählt der Juckreiz zu den unangenehmsten Beschwerden, die die Betroffenen ertragen müssen. Die Folgebelastungen für die Lebensqualität entsprechen denen chronischer Schmerzen, so das Ergebnis mehrerer Studien.

Tagsüber leidet die Konzentrationsfähigkeit, nachts raubt der Juckreiz den Schlaf. Viele fühlen sich besonders bei der Ausübung ihres Berufs gestört.

Bei stark ausgeprägten Krankheitszeichen reichen die psychischen Begleiterkrankungen nicht selten von Angstzuständen bis hin zu schweren Depressionen.

Chronische Schmerzen infolge von Urtikaria

Nur jeder zweite Urtikaria-Patient erfährt ausreichende Linderung

Nur jedem zweite Patient konnte bislang ausreichend geholfen werden

Mit den bislang zur Verfügung stehenden Urtikaria- Medikamenten erfährt allerdings nur jeder zweite Patient eine ausreichende Linderung. Kein Wunder, dass Menschen, bei denen die Beschwerden über Monate oder Jahre hinweg auftreten, sich ihrer Erkrankung oft hilflos ausgeliefert fühlen.

Kein behandelnder Arzt kann mit dieser Situation zufrieden sein – auch da das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt und damit in der Folge die Therapietreue des Patienten leidet.

Urtikaria-Betroffene geraten in die soziale Isolation

Betroffenen droht soziale Isolation

„In der Öffentlichkeit kratzt man sich nicht“, heißt es im Volksmund. Tatsächlich halten die Betroffenen meist lieber zu Hause ihren Urtikaria- Schub aus, wo sie unbeobachtet dem quälenden Drang zum Kratzen nachgeben können.

Zusätzlich wird der Leidensdruck durch die „Außenwirkung“ der Urtikaria verschlimmert. Allein das Gefühl, dass sich Mitmenschen von den Schwellungen und Quaddeln an den sichtbaren Stellen des Körpers oder der Hautrötung abgestoßen fühlen könnten, führt oftmals in die soziale Isolation.

Den alltäglichen Dingen, wie Freizeitaktivitäten, kann aufgrund der belastenden Symptome häufig nur eingeschränkt nachgegangen werden.

Insofern besteht ein großes Bedürfnis nach einer Urtikaria-Therapie, die den Betroffenen hilft, schnell und dauerhaft die Kontrolle über ihre Krankheit zu erhalten.


Quellen:
1 Internetseite des UNEV – urticaria network e. V.: Wer, wann, wo, wie oft, wie lange, wie lange noch? URL: http://www.urtikaria.net/de/ueber-urtikaria/epidemiologie.html. Zugriff am 24. Mai 2017.
2 Internetseite der ECARF – Europäische Stiftung für Allergieforschung. URL: http://www.ecarf.org/info-portal/erkrankungen/urtikaria/. Zugriff am 24. Mai 2017.
3 Maurer M, Weller K, Bindslev-Jensen C, et al.: Unmet clinical needs in chronic spontaneous urticaria: A GA(2)LEN task force report. In: Allergy 2011;66:317–330.