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Nesselsucht &
Stress
  • Durch den quälenden Juckreiz erzeugt Nesselsucht Stress – gleichzeitig gelten psychische Belastungen aber auch als Auslöser der weitverbreiteten Hauterkrankung.
  • Vor allem bei chronischer Nesselsucht ist es wichtig, in enger Absprache mit dem Arzt die wirksamste Therapie zu finden. Individuelle Anti-Stress-Strategien können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Nesselsucht – Stress geht unter die Haut

Nesselsucht und Stress treten häufig gemeinsam auf. Bei vielen Betroffenen fördern zusätzliche psychische Belastungen den Juckreiz, die Quaddeln und die Schwellungen noch – die Haut reagiert mit den typischen Symptomen der Nesselsucht. Da die Lebensqualität erheblich leiden kann1 , sollten Betroffene Stress vermeiden.

Die Nesselsucht, die der Arzt als Urtikaria bezeichnet, ist eine Hautkrankheit, die sich zunächst in einer Hautrötung äußert. Anschließend kommt es zu starkem Juckreiz und Quaddelbildung. Die Symptome können nur wenige Stunden, aber auch einige Tage, Wochen oder gar Jahre auftreten. Wenn sich die Nesselsucht über sechs Wochen hinweg immer wieder bildet, spricht der Hautarzt von einer chronischen Erkrankung.2

Neben zahlreichen physikalischen Auslösern gilt auch eine erhöhte psychische Belastung als Krankheitsursache: Nesselsucht und Stress sind eine ungünstige Kombination.

Jahrelange Nesselsucht führt zu dauerhaften Stress

Was hat Nesselsucht mit Stress zu tun?

Stress konnte in den bisherigen Untersuchungen nicht zweifelsfrei als alleinige Ursache der Nesselsucht nachgewiesen werden; dazu sind konkrete Auslöser in Form von Substanzen nötig, auf die der Organismus überempfindlich reagiert. Der Körper schüttet dann verstärkt das Gewebshormon Histamin aus, um den vermeintlich gefährlichen Auslöser zu bekämpfen. Histamin wird im Körper produziert, gelangt aber auch durch Nahrungsmittel in den Organismus – und kann eine Nesselsucht auslösen, wenn ein bestimmtes Histamin-Niveau erreicht ist.

Dennoch ist unstrittig, dass die weit verbreitete Hauterkrankung in ihrer Symptomatik durch die psychische Gesundheit des Betroffenen beeinflusst wird.

Ärzte raten bei Nesselsucht, Stress im Alltag möglichst zu vermeiden

Wer unter chronischer Urtikaria leidet, aber mit keinen zusätzlichen psychischen Belastungen zu kämpfen hat, hat bessere Chancen, seine Symptome effektiv zu lindern. Umgekehrt bedeutet das: Bei zusätzlichem Stress ist Nesselsucht häufig noch unangenehmer. Die Symptome können stärker ausfallen und länger andauern.

Aufgrund dieses Zusammenhangs raten Ärzte den Nesselsucht-Patienten, Stress im Alltag möglichst zu vermeiden.

Nesselsucht und Stress ernst nehmen

Ruhe und Erholung sind Balsam für die Psyche. Damit die Nesselsucht durch Stress nicht verstärkt wird, können verschiedene Maßnahmen geeignet sein. Nicht allen Patienten ist bewusst, dass sie unter Stress stehen.

Sie empfinden hohe Anforderungen möglicherweise als angenehm und unterdrücken die Erkrankung mit Medikamenten. Der Gesundheit ist damit allein aber nicht gedient, weshalb in Extremfällen eine psychologische Beratung sinnvoll sein kann.

Eine psychologische Beratung kann sinnvoll sein

Nesselsucht und Stress mit Tagebuch bekämpfen

Welche Maßnahmen ergriffen werden, hängt vom Ausmaß der Hautreaktionen ab. In einem ersten Schritt sollten die Betroffenen ihre Beschwerden protokollieren. In dem Beschwerdetagebuch tragen sie ein, wann und in welchen Situationen sie an den unangenehmen Hautreaktionen leiden. Bei der Gelegenheit können sie auch ihre Empfindungen vermerken. Auf diese Weise lässt sich nachvollziehen, ob die Nesselsucht-Symptome bei Stress verstärkt auftreten. Die Patienten können die Zusammenhänge schneller erkennen – und schneller auf sie reagieren.

Mit Beschwerde-Tagebuch gegen Nesselsucht und Stress

 

Ebenso wichtig ist es, sich mit Entspannungstechniken zu befassen. Autogenes Training ist für Patienten mit Nesselsucht und Stress im Alltag ideal. Außerdem sollten Betroffene darauf achten, dass sie genügend Schlaf bekommen, denn Schlafmangel erhöht die Anfälligkeit für Nesselsucht durch Stress.

Sport gegen Stress und Nesselsucht

Sport hilft gegen Stress

 

Sport ist ebenfalls empfehlenswert – die Aktivitäten sollten aber keinen Stress fördernden Wettkampfgedanken beinhalten. Besonders empfindliche Menschen sind mit einem Ausdauersport gut beraten wie zum Beispiel Nordic Walking und Radfahren. Aber auch ausgedehnte Spaziergänge können bewirken, dass der Geist zur Ruhe kommt.


Quellen:
1. Maurer M, Weller K, Bindslev-Jensen C, et al. Unmet clinical needs in chronic spontaneous urticaria: A GA(2)LEN task force report. Allergy 2011;66: 317–330.
2. Internetseite der ECARF – Europäische Stiftung für Allergieforschung. http://www.ecarf.org/info-portal/erkrankungen/urtikaria/. Zugriff am 24. Mai 2017.