Kontaktformular
Histamintoleranz
  • Bei einer Histaminintoleranz kann der Körper das Gewebshormon Histamin nicht richtig abbauen, was Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme oder eine Nesselsucht hervorrufen kann.
  • Betroffene sollten histaminhaltige Lebensmittel meiden – wie zum Beispiel Käse, Wein sowie gelagerte Fleisch- und Fischwaren.

Histaminintoleranz – Ursache vielfältiger Beschwerden

Bei einer Histaminintoleranz, die auch als Histaminose oder Histaminunverträglichkeit bekannt ist, kann der Körper über die Nahrung aufgenommenes Histamin nicht hinreichend abbauen. Besonders häufig tritt diese Stoffwechselstörung bei Frauen zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr auf. Vielfach führt der verminderte Abbau von Histamin zu unangenehmen Hautproblemen wie zum Beispiel Nesselsucht, die sich durch Rötungen, starken Juckreiz und Quaddelbildung äußern. Auch Kopfschmerzen und Schwindel sowie Verdauungs- und Atembeschwerden können Symptome einer Histaminintoleranz sein.

Was ist Histamin und welche Rolle spielt der Stoff im Körper?

Histamin ist ein Gewebshormon, das im menschlichen Körper in vielen Organen und Zellen vorkommt. Histamin wird zum Beispiel in Mastzellen der Haut und in den Zellen der Magenschleimhaut hergestellt. Es ist im menschlichen Körper ein bedeutender Nervenbotenstoff (Neurotransmitter), der unter anderem die Ausschüttung von Magensäure und den Schlafrhythmus reguliert. Auch für die Immunabwehr ist Histamin wichtig.

Außer im menschlichen Körper kommt Histamin in vielen tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln vor. Daher spielt der Verzehr von bestimmten Nahrungsmitteln bei der Histaminintoleranz eine bedeutende Rolle.

Das Gewebshormon Histamin

Histamin in tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln vorhanden

Ursachen einer Histaminintoleranz

Die genauen Ursachen der Histaminabbaustörung sind noch nicht zweifelsfrei geklärt. Viele Forschungsergebnisse lassen allerdings auf eine Beteiligung der körpereigenen Enzyme Diaminoxidase (DOA) und Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) schließen.1

Aktivität wichtiger Enzyme in Darm und Haut ist bei Histaminintoleranz eingeschränkt

Diese Enzyme sorgen im Dünndarm und der Haut normalerweise für einen schnellen Abbau von aufgenommenem Histamin. Man vermutet, dass bei einer Histaminintoleranz die Aktivität dieser wichtigen Enzyme eingeschränkt ist. Dadurch kommt es bei einer verstärkten Histaminaufnahme durch die Nahrung zu einer erhöhten Histaminkonzentrationen im Körper. Die Aufnahme anderer biogener Amine durch entsprechende Nahrungsmittel kann eine Histaminintoleranz vielfach verstärken. Biogene Amine, zu denen auch das Histamin gehört, sind Stoffwechselprodukte, die aus Aminosäuren gebildet werden – sie sind in vielen Nahrungsmitteln enthalten. Alkohol und biogene Amine werden teilweise durch dieselben Enzyme abgebaut wie Histamin. Durch die "Konkurrenz" um die Enzyme verlangsamt sich der Histaminabbau.

Die Symptome der Histaminintoleranz

Eine Histaminintoleranz ist eine häufige Ursache für Nesselsucht (Urtikaria). Zu den typischen Symptomen der Nesselsucht gehören Hautrötungen und juckende Quaddeln. Erhöhte Konzentrationen von Histamin spielen bei der Ausbildung dieser Symptome eine wichtige Rolle. So erhöht Histamin die Durchlässigkeit von Blutgefäßen in der Haut für Flüssigkeiten. Dies löst unter anderem die typische Quaddelbildung bei der Nesselsucht aus.2

Auch der bei einer Nesselsucht auftretende Juckreiz wird maßgeblich durch erhöhte Konzentrationen von Histamin verursacht. Neben der Nesselsucht kann es aber auch zu vielfältigen Symptomen kommen, die nicht an der Haut auftreten:

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Durchfall, Übelkeit, Blähungen und Bauchschmerzen
  • verstopfte Nase, Atembeschwerden und Asthma
  • Müdigkeit, Schlafstörungen und Erschöpfung
  • Bluthochdruck, Herzrasen und Kreislaufstörungen

Symptome der Histaminintoleranz

Tipps zur Ernährung bei einer Histaminabbaustörung

Gelagerter Fisch bei Histaminabbaustörung meiden

Bei einer Histaminabbaustörung sollten Nahrungsmittel gemieden werden, die größere Mengen an Histamin oder biogenen Aminen enthalten. Bei vielen Lebensmitteln wie zum Beispiel Fleisch, Fisch oder Käse steigt der Histamingehalt mit der Dauer der Lagerung oder Reifung. Verantwortlich dafür sind Bakterien, die aus der Aminosäure Histidin während des Reifungsprozesses Histamin bilden.3

Frisches Fleisch, fangfrischer Fisch sowie junger Käse können dagegen auch bei einer Histaminintoleranz verzehrt werden. Nach dem Fang oder der Schlachtung sofort schockgefrorene Fisch- und Fleischprodukte enthalten ebenfalls wenig Histamin. Alkohol sowie hefehaltige Lebensmittel und Backwaren sollten bei einer Histaminintoleranz ebenfalls gemieden werden.

Auch geräucherte Fleischwaren sind riskant


Quellen:
1. Reese, I. et al., "Vorgehen bei Verdacht auf Unverträglichkeit gegenüber oral aufgenommenem Histamin", Allergo J 2012; 21 (1): 22-28
2. Internetseite Allergie-Centrum-Charité, "Histamin-vermittelte Angioödeme": http://www.angiooedem.net/index.php?id=8, Zugriff am 24. Mai 2017.
3. Internetseite Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe, "EU-Überwachungsprogramm: Histamin in Thunfisch und anderen Fischerzeugnissen": http://www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?subid=2&Thema_ID=8&ID=854&Pdf=No&lang=DE, Zugriff am 24. Mai 2017.