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Therapie
der Nesselsucht
  • Die dauerhafte Symptomfreiheit für jeden Patienten ist das erklärte Ziel der aktuellen medizinischen Leitlinien zur Nesselsucht-Therapie. Eine Heilung durch Medikamente ist derzeit nicht möglich.
  • Bei schweren und chronischen Verläufen werden Antihistaminika verschrieben. Helfen sie nicht, können Patienten mit chronischer spontaner Urtikaria eine andere Nesselsucht-Therapie beim Arzt erfragen. Spezielle Behandlungszentren bieten besonders kompetente Urtikaria-Sprechstunden an.

Nesselsucht-Therapie durch Hautarzt und Fachklinik

Die Nesselsucht-Therapie zielt auf vollständige Symptomfreiheit. Dafür müssen mögliche Auslöser identifiziert werden. Bei chronischer spontaner Nesselsucht werden sogenannte Antihistaminika verabreicht. Helfen sie nicht gegen den quälenden Juckreiz, kann jetzt eine weitere Nesselsucht-Behandlung veranlasst werden.

Nesselsucht-Therapie durch Antihistaminika

Eine Nesselsucht-Behandlung beim Arzt ist immer ratsam – und oft notwendig

Nesselsucht-Behandlung durch einen Facharzt

Die Nesselsucht-Behandlung beginnt beim Hautarzt (Dermatologe). Denn es ist grundsätzlich immer empfehlenswert, bei starkem Juckreiz und Hautrötungen baldmöglichst den Rat des Facharztes einzuholen.

Treten zusätzlich zu den Veränderungen der Haut Komplikationen wie Luftnot oder Schluckbeschwerden auf, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Auch wenn die Beschwerden länger als sechs Wochen anhalten, ist eine Nesselsucht-Behandlung unter ärztlicher Anleitung erforderlich. Denn eine chronische Nesselsucht hat Folgen für die Lebensqualität.

Darüber hinaus finden Betroffene hochqualifizierte Unterstützung in Nesselsucht- oder Urtikaria-Sprechstunden in spezialisierten Behandlungszentren, Fach- oder Universitätskliniken.

Mehrere Kliniken in ganz Deutschland betreiben diese sogenannten Urtikaria-Zentren. Sie verfügen über große Erfahrung in der Nesselsucht-Behandlung und kennen die richtigen Wege, um die quälenden Symptome effektiv zu lindern und das oberste Ziel der aktuellen medizinischen Leitlinien zur Nesselsucht-Therapie zu erreichen: die dauerhafte Symptomfreiheit.1

Tipp: Die Adressen und Ansprechpartner können beim Hausarzt erfragt oder direkt über die Arztsuche auf dieser Webseite aufgerufen werden.

Das Ziel der Nesselsucht-Therapie heißt: Symptomfreiheit

Bislang gibt es keine Nesselsucht-Therapie, mit der eine chronische Urtikaria geheilt werden kann. Mit einer Ausnahme: Es werden konkrete behandelbare Auslöser gefunden. Doch das passiert nur bei wenigen der mehr als 800.000 Menschen, die in Deutschland aktuell an einer chronischen spontanen Urtikaria (csU) leiden.2

Bei den allermeisten Patienten übernimmt der Körper die Nesselsucht-Therapie: Er heilt sich selbst, was Mediziner als spontane Remission bezeichnen.

Das bedeutet aber nicht, dass Betroffene ohne ärztliche Hilfe bleiben müssen. Um das offizielle Leitlinien-Ziel der vollständigen Symptomfreiheit zu erreichen, verfolgt die Nesselsucht-Therapie meist zwei Wege zugleich:

  1. Mögliche Schubauslöser werden erkannt und gemieden.
  2. Symptome wie Juckreiz, Schwellungen und Quaddeln werden medikamentös behandelt.

Bei der Nesselsucht-Therapie werden Symptome untersucht

Besonders gute Erfolgsaussichten hat die Nesselsucht-Behandlung, wenn sich Arzt und Patient gemeinsam um eine ausführliche Diagnose bemühen. In einem Beschwerde-Tagebuch können Betroffene ihren Krankheitsverlauf dokumentieren – und so die Diagnose des Arztes enorm erleichtern.

Führen allerdings weder die Auswertung des Urtikaria-Tagebuchs noch weitere Testverfahren zu auslösenden Faktoren, sollte auf eine medikamentöse Nesselsucht-Behandlung zurückgegriffen werden.3

Nesselsucht-Therapie mit Antihistaminika hilft 50 Prozent aller Patienten

Antihistaminika helfen 50 Prozent aller Patienten

Lange Zeit waren Antihistaminika die einzige zugelassene Nesselsucht-Therapie. Durch diese sogenannten Histamin-Rezeptorblocker erfährt jeder zweite Patient mit chronischer Nesselsucht eine Linderung. Um als Betroffener ein geeignetes Antihistaminikum zu erhalten, sprechen Sie am besten ihren Hautarzt oder Apotheker an.

Bei rund 50 Prozent der Patienten mit csU kann so die Wirkung des von Mastzellen bereits ausgeschütteten Histamins blockiert und die Symptome gelindert werden.

Bei der anderen Hälfte der csU-Patienten ist diese Nesselsucht-Therapie leider nicht erfolgreich: Sie plagen sich – trotz der Einnahme von Antihistaminika – weiter mit starkem Juckreiz, Schwellungen und Co herum. Viele Patienten sehnen eine bessere Nesselsucht-Therapie herbei, die ihre Leiden effektiv lindert.

Deshalb gilt für Nesselsucht-Betroffene: Sprechen sie nicht oder wenig auf Antihistaminika an, sollten sie einen Hautarzt aufsuchen und mit ihm über weitere moderne Behandlungsmethoden (z.B. Biologika) sprechen.

Weitere Möglichkeiten der Nesselsucht-Behandlung

In der Apotheke sind zahlreiche Gels und Cremes mit Antihistaminika für die Nesselsucht-Behandlung erhältlich. Allerdings gelangen die Wirkstoffe bei der lokalen Anwendung relativ langsam und in niedriger Konzentration in die unteren Hautschichten.

Um die Symptome zu lindern, werden zur Behandlung der Nesselsucht außerdem mentholhaltige Cremes direkt auf die betroffenen Hautareale aufgetragen, wo sie eine kühlende Wirkung entfalten. Auch Zinkoxid verstärkt diese lindernde Wirkung, allerdings verfärbt sich die Haut dabei weißlich.

Weiter Behandlungsmöglichkeiten bei Nesselsucht

Cremes mit einem lokal wirksamen Betäubungsmittel betäuben die obere Hautschicht und lindern so den Juckreiz. In Ausnahmefällen ist auch eine Kurzzeitbehandlung mit Kortison möglich. Zusätzlich können kühlende oder oberflächlich betäubende Lotionen zur äußerlichen Nesselsucht-Behandlung verwendet werden, um den Juckreiz zu lindern.

Quellen:
1Patientenleitlinie Urtikaria des Global Allergy and Asthma European Network (GA2LEN). URL: http://urticariaday.org/uber-urtikaria/patientenleitlinie-urtikaria/. Zugriff am 17. Mai 2017. 2Maurer M, Weller K, Bindslev-Jensen C, et al.: Unmet clinical needs in chronic spontaneous urticaria: A GA(2)LEN task force report. In: Allergy 2011;66:317–330. 3Internetseite der ECARF – Europäische Stiftung für Allergieforschung. URL: http://www.ecarf.org/info-portal/erkrankungen/urtikaria/. Zugriff am 24. Mai 2017.