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Chronische induzierbare
Urtikaria
  • Eine induzierbare Urtikaria liegt vor, wenn eindeutige Auslöser der Nesselsucht-Schübe ermittelt werden können – infrage kommen beispielsweise Unverträglichkeiten, körperliche Anstrengungen, Infekte, Autoimmunreaktionen sowie physikalische Reize wie Wärme und Sonnenlicht.
  • Sind die Auslöser identifiziert, kann die Hautkrankheit meist gut kontrolliert werden. Ein Beschwerde-Tagebuch hilft Ärzten bei der Diagnose.

Induzierbare Urtikaria – Wenn der Juckreiz einen Auslöser hat

Nach dem Joggen oder nach dem Verzehr von Milchprodukten bilden sich jedes Mal juckende Quaddeln auf der Haut? Dann könnte eine induzierbare Urtikaria vorliegen. Diese Nesselsucht-Form wird durch einen bestimmten physikalischen Reiz oder unverträglichen Stoff ausgelöst. Für eine erfolgreiche Behandlung muss der Auslöser identifiziert werden – was mitunter dauern kann.

Induzierbare Urtikaria wird von bestimmten Auslösern verursacht

Statistisch gesehen ist die Urtikaria  eine der häufigsten Hautkrankheiten

Statistisch gesehen ist die Urtikaria (Nesselsucht) eine der häufigsten Hautkrankheiten überhaupt: Jeder vierte Erwachsene leidet laut medizinischen Untersuchungen mindestens einmal in seinem Leben unter den stark juckenden Quaddeln.1

Bei einer spontanen Urtikaria lässt sich keine konkrete Ursache für die Erkrankung ermitteln – dies ist bei rund zwei Drittel aller Patienten der Fall.2 Handelt es sich jedoch um eine induzierbare Urtikaria, kann sie auf einen bestimmten Auslöser zurückgeführt werden.

Als Auslöser der induzierbaren Urtikaria gelten unter anderem Temperaturreize, körperliche Anstrengungen, aber auch psychische Belastungen. Theoretisch kann also ein heißes Bad oder eine belastende Situation genügen, um den unangenehmen Hautausschlag hervorzurufen.

Die induzierbare Urtikaria ist durch die typischen Nesselsucht-Symptome gekennzeichnet: brennende Rötungen, extremer Juckreiz und Quaddelbildung. Manchmal heilt die Haut innerhalb weniger Stunden wie vollkommen ab, manchmal tritt die Hautkrankheit als chronische Form wochen- oder sogar jahrelang immer wieder auf.

Induzierbare Urtikaria-Formen im Überblick

Die induzierbare Urtikaria wird folgendermaßen unterteilt:3

  • Eine cholinergische oder anstrengungsinduzierte Urtikaria tritt bei Wärme oder körperlichen Anstrengungen auf, etwa bei hochsommerlichen Temperaturen oder beim Sport.
  • Die Histaminintoleranz-Urtikaria entsteht durch eine Unverträglichkeit gegen das Gewebshormon Histamin, das im menschlichen Körper vorkommt und in zahlreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse und Milchprodukten enthalten ist.
  • Die sogenannte physikalische Urtikaria kann durch Reize wie Licht, Wärme, Kälte, Wasser und Druck auf die Haut – etwa durch engsitzende Kleidung – ausgelöst werden.
  • Eine autoreaktive Urtikaria wird von Abwehrreaktionen des Immunsystems gegen körpereigene Substanz verursacht.

Histamin und Körpertemperatur mögliche Auslöser

 

  • Von einer Infekt-Urtikaria spricht der Arzt, wenn ein Infekt oder Entzündungen irgendwo im Körper zum Hautausschlag führt – infrage kommen etwa Hals- oder Zahnentzündungen.
  • Die stressinduzierte Urtikaria ist auf psychische Belastungen zurückzuführen, die das Beschwerdebild anderer Nesselsucht-Formen erheblich verstärken können.

Symptome genau beobachten

Fotos und Beschwerdetagebuch helfen bei der Diagnose

Auch bei der induzierbaren Urtikaria besteht die Möglichkeit, dass der behandelnde Arzt die Symptome nicht zu sehen bekommt, weil sie bis zum Termin wieder abgeheilt sind. Patienten können allerdings mithilfe von Fotos der betroffenen Hautstellen und eines Beschwerdetagebuchs die Wahrscheinlichkeit einer richtigen Diagnose deutlich erhöhen.

Der behandelnde Arzt kann helfen, den Tagesablauf des Patienten umzustellen und Alternativen für bestimmte Verhaltensmuster zu finden. Die regelmäßige Kontrolle durch den Arzt und eine mögliche Verordnung von Medikamenten, die die induzierbare Urtikaria im Notfall eindämmen können, sind unverzichtbar und nehmen den Betroffenen zusätzlich Angst und Leidensdruck.


Quellen:
1 Maurer M, Weller K, Bindslev-Jensen C, et al. Unmet clinical needs in chronic spontaneous urticaria: A GA(2)LEN task force report. Allergy 2011; 66:317–330.
2 Internetseite der ECARF – Europäische Stiftung für Allergieforschung. http://www.ecarf.org/info-portal/erkrankungen/urtikaria/. Zugriff am 17. Mai 2017.
3 Internetseite des Welt-Urtikaria-Tags. URL: http://urticariaday.org/uber-urtikaria/3-formen-der-urtikaria/. Zugriff am 17. Mai 2017.