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Urtikaria-Tagebuch:
Damit finden Patient und Arzt
mögliche Quaddel-Auslöser
  • Mit einem Urtikaria-Tagebuch lassen sich Zusammenhänge zwischen Nesselsucht-Symptomen und möglichen Auslösern erkennen. Deshalb helfen die täglichen Notizen dem behandelnden Arzt bei seiner Diagnose.
  • Oft ermittelt das Symptom-Tagebuch auch den Urtikaria-Aktivitäts-Score (UAS), der die Krankheitsaktivität und den Therapieerfolg beurteilen kann.

Ein Urtikaria-Tagebuch hilft vor allem Patienten, die die möglichen Auslöser ihrer Nesselsucht nicht kennen. Mithilfe der täglichen Notizen über Beschwerden und Lebensgewohnheiten lassen sich die auslösenden Reize identifizieren. So unterstützt der Patient den behandelnden Arzt  dabei, die richtige Therapie zu wählen. Worauf kommt es bei der Tagebuch-Führung an?

Mit dem Urtikaria-Tagebuch auf Auslöser-Suche

Wer an Nesselsucht leidet und über mehrere Wochen gewissenhaft ein Symptom-Tagebuch führt, erleichtert dem behandelnden Arzt die Diagnose und Therapie ungemein.

Denn die juckenden Quaddeln treten meist ebenso plötzlich auf wie sie verschwinden – oft ist die Haut gerade dann beschwerdefrei, wenn der Patient in der Sprechstunde ist. Und so ist es kaum möglich, die genaue Nesselsucht-Form zu diagnostizieren und die Erkrankung effektiv zu behandeln.

Ein Urtikaria-Tagebuch hingegen ermöglicht es, den Verlauf und die Schwere der Erkrankung zu beurteilen sowie mögliche Auslöser zu ermitteln. Ganz unabhängig davon, ob der Patient während seines Arztbesuchs Hautsymptome aufweist oder nicht. Der Patient notiert in dem Urtikaria-Tagebuch täglich:

  • die Symptome (Zeitpunkt und Umstände des Auftretens, Dauer und Schwere, wenn möglich mit Fotos der betroffenen Körperstellen)
  • Lebensgewohnheiten (wie körperliche Aktivitäten, berufliche und private Belastungen)
  • Ernährung und Medikamente
  • Auswirkungen der Beschwerden auf den Lebensalltag

Ohne diese Informationen ist es meist schwierig, mögliche Nesselsucht-Auslöser eindeutig zu identifizieren, um sie daraufhin zu meiden und das Auftreten der Beschwerden künftig verhindern zu können.

Die Zahl der möglichen Auslöser ist hoch – folgende Faktoren kommen infrage:

  • physikalische Reize (wie Reibung, Druck, Licht, Wärme, Kälte, Wasser)
  • Unverträglichkeiten (gegen Farb-, Konservierungs- und Zusatzstoffe in Lebensmitteln sowie Histamin, das ebenfalls in vielen Nahrungsmitteln steckt)
  • unentdeckte Infekte (etwa im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, in den Zähnen oder im Magen-Darm-Trakt)
  • Autoimmunreaktionen (bei der autoreaktiven Urtikaria, bei der die Körperabwehr auf körpereigene Stoffe reagiert)
  • psychische Belastungen (wie beruflicher und privater Stress, der laut Medizinern die Beschwerden mindestens verschlimmern, wenn nicht sogar hervorrufen kann)
    Allerdings wird bei einigen Patienten trotz gründlicher Ursachenforschung kein Auslöser für die juckenden Quaddeln gefunden.

Der Urtikaria-Aktivitäts-Score dokumentiert Beschwerden und Behandlungserfolg

Ein wichtiger Bestandteil eines Urtikaria-Tagebuchs ist der Urtikaria-Aktivitäts-Score (UAS). Dabei handelt es sich um eine von Medizinern entwickelte Methode, um die Krankheitsaktivität zu bestimmen.

Dafür notieren die Betroffenen täglich auf einer Skala von 0 bis 3 die Schwere der Beschwerden sowie den Grad der daraus resultierenden Belastungen.

Einerseits wird die Quaddelbildung für den UAS im Urtikaria-Tagebuch bewertet:

  • 0 = keine Quaddeln auf der Haut
  • 1 = weniger als 20 Quaddeln
  • 2 = 20 bis 50 Quaddeln
  • 3 = mehr als 50 Quaddeln

Andererseits wird die Schwere des Juckreizes bewertet:

  • 0 = kein Juckreiz
  • 1 = minimaler Juckreiz , der nicht stört
  • 2 = mittelstarker Juckreiz, der stört, sich aber nicht negativ auf Alltag und Schlaf auswirkt
  • 3 = schwerer Juckreiz, der Lebensqualität und Schlaf stark beeinträchtigt

Nach sieben Tagen werden alle vergebenen Punkte summiert, um den wöchentlichen Urtikaria-Aktivitäts-Score (UAS7) zu ermitteln. Die höchstmögliche Punktzahl 42 steht für sehr starke Beschwerden mit großer Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Treten neben Quaddeln und Juckreiz zusätzlich Angioödeme auf, kommt der Angioödem-Aktivitäts-Score (AAS) zum Einsatz. Er funktioniert nach dem gleichen Muster.

Wo gibt es Vorlagen für ein Urtikaria-Tagebuch?

Wer ein Urtikaria-Tagebuch sucht, kann sich eine von Hautspezialisten mitentwickelte Vorlage hier als PDF-Dokument zum Ausdrucken herunterladen oder das Tagebuch hier (https://www.hautwende.de/service/bestellservice) bestellen. Es erfasst den Urtikaria-Aktivitäts-Score (UAS) und bietet Raum für Notizen zu möglichen Auslösern.

Als digitale Alternative für Smartphone- und Tablet-Nutzer bietet sich die NesselApp an (erhältlich für Android und iPhone/iPad). Die Anwendung wurde von Novartis in Kooperation mit dem Deutschen Allergie- und Asthmabund entwickelt. In der Anwendung ist – im Gegensatz zur PDF-Version – der Angioödem-Aktivitäts-Score bereits enthalten.