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Diagnose
der Nesselsucht
  • Die Urtikaria-Diagnostik dauert bei vielen Patienten oft sehr lange, da mögliche Auslöser – vor allem bei chronischen Verläufen – in vielen Fällen nur schwer eindeutig identifizierbar sind. Dabei helfen kann ein Beschwerde-Tagebuch.
  • Bei chronischen Formen gehören zur Urtikaria-Diagnostik unter anderem die Suche nach unentdeckten Infekten, Allergie-Tests, Diäten und der sogenannte autologe Serumhauttest.

Urtikaria-Diagnostik: Wie wichtig eine ausführliche Diagnostik ist…

Wenn die Symptome deutlich sichtbar sind, dann ist der beste Zeitpunkt für die Urtikaria-Diagnostik. Dann reicht dem Dermatologen die einfache Blickdiagnose. Im klinischen Erscheinungsbild zeigen sich – über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen wiederholend – die typischen Quaddeln oftmals zusammen mit Angioödemen. Ob und welcher externe Auslöser für die chronische Urtikaria verantwortlich ist, ist trotz ausführlicher Diagnostik auf Anhieb häufig schwer zu erkennen.

Eine ausführliche Urtikaria-Diagnostik ist wichtig

Bei der chronischen spontanen Urtikaria wird eine zweistufige Urtikaria-Diagnostik empfohlen

Blutbild-Analyse

Zunächst sollte routinemäßig bei allen Patienten die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) sowie die Konzentration des C-reaktiven Proteins (CRP) per Labor-Blutbild festgehalten werden. Ein Differentialblutbild vervollständigt die Urtikaria-Diagnostik und hilft zusätzlich, schwere Entzündungen zu erkennen. 

Außerdem sollten gegebenenfalls Schmerzmittel wie nicht-steroidale Antirheumatika abgesetzt werden. Bei Patienten mit einer lang bestehenden Nesselsucht oder bei schweren Verläufen der chronischen spontanen Urtikaria wird eine erweiterte Diagnostik empfohlen.

Die erweiterte Urtikaria-Diagnostik

Nachweis einer Autoreaktivität

Um die Ursache besser zu identifizieren und zu behandeln, wird basierend auf die Routineuntersuchung außerdem festgestellt, ob der Nachweis einer Autoreaktivität – also ob das Immunsystem des Körpers Abwehrantikörper (Immunglobuline) gegen körpereigene Eiweiße herstellt – vorliegt.

Zusätzlich wird bei einer bestehenden Nesselsucht-Diagnose der Ausschluss von Unverträglichkeiten (z. B. gegenüber Medikamenten oder Nahrungsmitteln) sowie von chronischen Infekte empfohlen. Um mögliche Auslöser zu identifizieren, ist es gut zu wissen, wie oft die Beschwerden schon aufgetreten sind, wie lange und unter welchen Umständen. Diese Informationen kann ein „Urtikaria-Tagebuch“ (entweder aus Papier oder als NesselApp für Android-Mobilgeräte und iPhone und iPad) liefern, das der Betroffene führt.

Fragebögen helfen, die Urtikaria-Diagnostik zu vervollständigen

Darüber hinaus ist die fortlaufende Bewertung der Krankheitsaktivität wichtig, um den Erfolg einer Behandlung einschätzen zu können. In der Praxis hat es sich bewährt, die Wirksamkeit der eingesetzten Medikamente zu kontrollieren (z. B. über den Wert für den Schweregrad des Juckreizes), wöchentlich Juckreiz und Quaddeln zu erfassen (z. B. per Urtikaria-Aktivitäts-Score oder Angioödem-Aktivitäts-Score) und außerdem die Reizschwelle der Haut zu bestimmen.

Zusätzlich sind neben dem allgemeinen, dermatologischen Fragebogen zur Lebensqualität auch spezielle Fragebögen entwickelt worden, die die Einschränkung der Lebensqualität hinsichtlich der chronischen Urtikaria (Chronic Urticaria Quality of Life) und der Angioödem-Bildung im Speziellen (Angioedema Quality of Life) erfassen.

Besonders hilfreich erscheint der relativ neue Urtikaria-Kontrolltest (UCT), der mithilfe von nur 4 Fragen, u. a. zur Lebensqualität und Beschwerdefreiheit innerhalb der letzten vier Wochen, sowie den entsprechenden Antworten die aktuelle Kontrolle der Urtikaria bestimmt.

Dazu wählt der Patient aus fünf vorgegebenen Antworten diejenige aus, die am besten auf seine Situation zutrifft. Anhand der Antworten lässt sich anschließend die aktuelle Krankheitssituation vom Arzt erfassen.

Fragebögen helfen bei der Urtikaria-Diagnose

Diagnostik-Ablauf bei Nesselsucht


Quellen:
1 Patientenleitlinie Urtikaria des Global Allergy and Asthma European Network (GA2LEN). URL: http://urticariaday.org/uber-urtikaria/patientenleitlinie-urtikaria/. Zugriff am 17. Mai 2017