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Lebensqualität
  • Menschen mit Urtikaria leiden unter heftigem Juckreiz, der die Konzentrationsfähigkeit mindern und zu Schlafproblemen führen kann. Der zuverlässigste Ausweg ist die richtige Therapie – da der Therapiefortschritt immer weitergeht, sind regelmäßige Besuche beim spezialisierten Hautarzt wichtig.
  • Studien zeigen, dass die Lebensqualität bei chronischer Nesselsucht auf ähnliche Weise beeinträchtigt wird, wie bei der koronaren Herzkrankheit. Die juckenden Quaddeln wirken sich auf den gesamten Alltag der Betroffenen aus.1

Interview - Dr. Uwe Schwichtenberg, Dermatologe aus Bremen

„Es gibt sogar eine richtige Urtikaria-App, die man sich herunterladen kann. Da ist dann auch gleich eine Fotofunktion mit drinnen. Damit kann ich dann gleich den Verlauf dokumentieren.“

Lebensqualität: So beeinträchtigt Nesselsucht den Alltag

Juckende Quaddeln, Rötungen und Schwellungen: Eine Nesselsucht kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verringern. Doch nur rund 40 Prozent aller Menschen mit chronischer Nesselsucht lassen sich ärztlich behandeln – die übrigen glauben, dass ihnen der Arzt ohnehin nicht helfen kann oder dass sie die Urtikaria selbst genauso gut im Griff haben. Dabei gibt es immer bessere Behandlungsmöglichkeiten – mittlerweile ist „Symptomfreiheit“ als offizielles Therapie-Ziel in der aktuellen Urtikaria-Leitlinie festgelegt worden.

Nesselsucht und Lebensqualität – was ist gemeint?

Was heißt „Lebensqualität“ überhaupt? Umgangssprachlich wird der Begriff in verschiedenen Zusammenhängen verwendet:

  • Mit einer hohen Lebensqualität ist meistens gemeint, dass die erwünschte und tatsächliche Lebenssituation übereinstimmen.
  • In einem gesundheitlichen Kontext hingegen versteht man unter Lebensqualität das körperliche, psychische und soziale Befinden.


Die Lebensqualität von Menschen mit chronischer Urtikaria lässt sich allerdings nicht einfach und objektiv messen – sie ist ein vielschichtiges und sehr individuelles Konstrukt. Schließlich ist jede Urtikaria und jeder Patient anders.

Die Schwere der Erkrankung und der Verlauf des therapeutischen Erfolgs wird über den Urtikaria Aktivitätsscore (UAS) und den Urtikaria-Kontrolltest (UCT) gemessen.

Mit speziellen Fragebögen wie dem Dermatologischen Lebensqualitäts-Index (DLQI) hingegen versucht der Hautarzt, die Lebensqualität seiner Patienten zu erfassen. Das international anerkannte Verfahren hilft ihm bei Diagnose und Therapie der Hauterkrankung:

  • Zum einen lässt sich dadurch die Schwere der Urtikaria besser beurteilen.
  • Zum anderen können durch regelmäßige DLQI-Messungen die während einer Behandlung erzielten Verbesserungen dokumentiert werden.

Wie beeinträchtigt Nesselsucht die Lebensqualität?

Menschen mit chronischer Urtikaria leiden vor allem an zahlreichen Quaddeln, die auf der Haut zu einem unerträglichen Juckreiz führen.

Die juckende Haut beeinträchtigt die Konzentrationsfähigkeit gravierend und führt in vielen Fällen zu Schlafmangel.

Besonders schlimm für die Betroffenen: Die Symptome können jederzeit wie aus heiterem Himmel auftreten, was die Planung des Alltags fast unmöglich macht. Man weiß nie, wann der nächste Schub kommt.

Deshalb wirkt sich eine Nesselsucht oft massiv auf das soziale und berufliche Leben der Erkrankten aus: Untersuchungen haben gezeigt, dass psychische Überanstrengung, emotionale Verstimmung und soziale Isolation, die durch die Symptome der chronischen Nesselsucht verursacht werden, ähnliche Auswirkungen auf die Betroffenen haben wie eine Herzerkrankung.1

Infolge einer Nesselsucht entstehen deshalb nicht selten psychische Begleiterkrankungen wie Depressionen und Angstzustände.

Konsequente Behandlung beim Arzt verbessert die Lebensqualität

Wegen dieser extremen Auswirkungen auf die Lebensqualität von Menschen mit chronischer Urtikaria ist eine konsequente Behandlung beim Hautarzt besonders wichtig.

Leider haben viele Menschen mit chronischer Nesselsucht die Behandlung beim Hautarzt aufgegeben, da sie mit den bisherigen Behandlungserfolgen nicht zufrieden waren: Laut einer Online-Befragung lassen sich lediglich 40 Prozent der Urtikaria-Patienten ärztlich behandeln.2

Gleichzeit gibt es für Menschen mit chronischer Urtikaria immer bessere Therapieoptionen. Auch für langjährig Erkrankte lohnt es sich, ihren Hautarzt auf mögliche Behandlungsoptionen anzusprechen.3

Quellen:
1.O’Donnel BF et al. The impact of chronic urticaria on the quality of life. Br J Dermatol 1997, 136: 197-201.
2.Maurer M, et al., ATTENTUS, a German online survey of patients with chronic urticaria highlighting the burden of disease, unmet needs and real-life clinical practice. Br J Dermatol 2016 Apr;174(4):892-4.
3.Patientenleitlinie Urtikaria des Global Allergy and Asthma European Network (GA2LEN). http://urticariaday.org/uber-urtikaria/patientenleitlinie-urtikaria/. Zugriff am 17. Mai 2017