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Symptome
der Nesselsucht
  • Typische Nesselsucht-Symptome sind plötzlich auftretende Rötungen der Haut mit stark juckenden und brennenden Erhebungen auf der Haut. Diese sogenannten Quaddeln können klein wie ein Stecknadelkopf sein oder groß wie eine Handfläche. Es kann auch zu tiefen Hautschwellungen (Angioödemen) kommen – ein Kloß im Hals weist womöglich auf eine gefährliche Schwellung an den Atemwegen hin.
  • Eine ärztliche Behandlung ist erforderlich, wenn die Beschwerden heftig oder regelmäßig auftreten. Bei chronischen Verläufen drohen Schlafstörungen und psychische Begleiterkrankungen wie Depressionen.

Nesselsucht-Symptome wie Juckreiz und Rötung der Haut erkennen und lindern

Nesselsucht-Symptome sind Rötung der Haut, Quaddeln, starker Juckreiz – und häufig auch unansehnliche Schwellungen. Auf der Haut bildet sich plötzlich ein Ausschlag, der nach kurzer Zeit wieder verschwindet. Bei einigen Betroffenen tritt er jahrelang regelmäßig auf. Woran erkennt der Hautarzt die Symptome der Nesselsucht? Wie lindern Betroffene die schwer erträglichen Beschwerden? Und wobei hilft ein Urtikaria-Tagebuch?

Typische Urtikaria-Symptome: Rötung der Haut, Quaddeln, Juckreiz und Angioödeme

Typisch für Nesselsucht-Symptome ist: Die Veränderungen der Haut tauchen unvermittelt auf und verschwinden ebenso plötzlich wieder.

In den meisten Fällen beginnt es mit einer Rötung der Haut, innerhalb von Minuten folgen die sogenannten Quaddeln an der Hautoberfläche. Diese stark juckenden, klar konturierten Erhebungen sind zunächst weißlich bis blassrot gefärbt.

Auch ihre Größe schwankt: Die Quaddeln können klein wie ein Stecknadelkopf sein – oder groß wie eine Handfläche. Besonders unangenehm ist der quälende Juckreiz, der von den Quaddeln ausgeht und sich anfühlt, als hätte man eine Brennnessel (lat. Urtica) berührt. Davon leitet sich auch die medizinische Bezeichnung der Nesselsucht ab: Urtikaria.

Häufig bilden sich auch sogenannte Angioödeme. Dabei handelt es sich um tiefere Hautschwellungen, die häufig im Gesicht und an Hand- oder Fußrücken auftreten. Aber auch andere Körperstellen können betroffen sein.

Ein Kloß im Hals könnte auf ein Angioödem an der Luft- oder Speiseröhre hindeuten: Schwellungen in den Atemwegen treten zwar selten auf, sollten aber unbedingt notärztlich behandelt werden, um Beeinträchtigungen der lebenswichtigen Atemfunktion zu verhindern.1

Der brennende Juckreiz und die unansehnlichen Hautschwellungen belasten die Betroffenen stark, weshalb sie oft auch unter psychischen Begleit­erkrankungen leiden.

Nesselsucht-Symptome können überall am Körper auftreten

Die typischen Nesselsucht-Symptome in der Übersicht:

  • Rötung der Haut
  • Quaddeln
  • starker Juckreiz
  • Schwellungen (Angioödeme)
  • vor allem bei chronischem Verlauf kommen psychische Belastungen hinzu: Schlaflosigkeit, Konzentrationsprobleme, Depressionen bis hin zu sozialer Isolation und Suizidgedanken.2

Generell gilt: Bei starkem Juckreiz und geröteter Haut ist es sinnvoll, den Rat eines Hautarztes einzuholen. Dringend erforderlich ist eine ärztliche Nesselsucht-Therapie, wenn die Beschwerden länger als sechs Wochen anhalten.

Doch was genau sind Quaddeln eigentlich? Warum kann ein Kloß im Hals gefährlich sein? Wieso ist der Juckreiz auf der Haut das unangenehmste Nesselsucht-Symptom?

Quaddeln und Rötung der Haut – die brennenden Nesselsucht-Symptome

Juckreiz am Hals

Quaddeln entstehen durch die Einlagerung von Gewebeflüssigkeit in den obersten Schichten der Haut. Deshalb sind sie zunächst etwas blasser gefärbt als angrenzende Hautregionen. Die Rötung der Haut ist als Umgebungsrötung ein Merkmal der Quaddeln. Die Haut an der betroffenen Stelle beginnt augenblicklich zu spannen und zu brennen.

Die Quaddeln variieren in ihrer Größe und in ihrer Form: Mal treten sie flach und rund auf, mal plateauartig ausgedehnt. Sie heilen meist wenige Stunden nach ihrem Auftreten wieder ab, ohne eine Narbe zu hinterlassen, gelegentlich erscheinen sie aber dann an anderen Körperstellen erneut. Und sie jucken stark.

Juckreiz – das quälendste Nesselsucht-Symptom

Die Hautstellen, auf denen sich Quaddeln gebildet haben, jucken in kaum erträglicher Intensität. Deshalb stellt der Juckreiz (lat. Pruritus) für die Betroffenen die größte Belastung dar.

Er geht von den Quaddeln aus und führt zu dem permanenten Verlangen, sich zu kratzen beziehungsweise die betroffenen Hautpartien zu „rubbeln“. In der Nacht führt das zu Schlafmangel, am Tag zu verminderter Konzentrationsfähigkeit.

Bei chronischer Urtikaria können unter Umständen psychische Begleiterkrankungen auftreten, oft infolge von Schlafstörungen, die ein nächtlicher Juckreiz hervorruft. In extremen Fällen führt dies zu einer Depression.

Die wichtigste Maßnahme, um den Juckreiz in den Griff zu kriegen, ist die Behandlung beim Hautarzt. Dieser versucht zunächst, gemeinsam mit dem Patienten mögliche Auslöser der Nesselsucht zu identifizieren. Die Auslöser (z.B. physikalische Reize) sollten gemieden werden, um weitere juckende Quaddelschübe zu verhindern. Oder der Arzt verordnet eine medikamentöse Therapie mit dem Ziel, die Nesselsucht zu lindern oder sogar komplett zu unterdrücken.

Parallel dazu können Patienten auf  Hausmittel zurückgreifen, um den Juckreiz zu lindern. Eine Liste mit Hausmitteln gegen Juckreiz finden Sie unter: Erste Hilfe bei Pruritus: Was hilft gegen Juckreiz?

Permanentes Verlangen, sich zu kratzen

Angioödeme – bei Kloß im Hals droht das gefährlichste Nesselsucht-Symptom

Bis zu 72 Stunden lang können Angioödeme das Sehen und Sprechen behindern

Viele Urtikaria-Patienten leiden zusätzlich an sogenannten Angioödemen: tiefe Schwellungen der Haut, die überall am Körper entstehen können. Auch bei ihnen handelt es sich – ähnlich wie bei den Quaddeln – um Flüssigkeitseinlagerungen, allerdings in den unteren Hautschichten.

Mitunter sind Angioödeme schmerzhaft, da sie die angeschwollene Haut stark anspannen. Auch kann von ihnen ein zusätzlicher Juckreiz ausgehen.

Bevorzugt treten die Angioödeme im Gesicht, an Kopf, Hals oder Armen, Händen und Füßen auf. Besonders belastend ist dieses Nesselsucht-Symptom, wenn Ödeme an Augenlidern oder Lippen stark anschwellen. Betroffene können dann häufig bis zu 72 Stunden lang weder richtig sehen noch sprechen.

In manchen Fällen, wenn ein Kloß im Hals auftritt, dort ein Angioödem anschwillt, kann es sogar zu lebensbedrohlicher Atemnot kommen.

Diese schwerwiegenden Symptome der Nesselsucht können zu sozialer Isolation führen: Die Patienten fühlen sich stigmatisiert, gehen nicht mehr aus dem Haus und können ihren beruflichen und privaten Lebensalltag nur noch eingeschränkt führen.

Wie lange treten die Nesselsucht-Symptome auf?

Rötung der Haut, Quaddeln, Juckreiz und Angioödeme: So unmittelbar wie die Nesselsucht-Symptome erscheinen, klingen sie wieder ab. Bei den meisten Betroffenen dauert das ständige An- und Abschwellen der Quaddeln einige Tage oder Wochen an.

Einzelne Quaddeln bilden sich meist innerhalb von 24 Stunden zurück, können aber an anderen Körperstellen – oft direkt neben alten Quaddeln – erneut auftreten.

Angioödeme brauchen meist Stunden, mitunter aber auch mehrere Tage, um sich wieder zurückzubilden.

Verschwinden die typischen Nesselsucht-Beschwerden nach wenigen Tagen oder Wochen und kehren nicht wieder, wird die Erkrankung als akute Nesselsucht bezeichnet.

Bei einigen Betroffenen treten die Nesselsucht-Symptome jedoch regelmäßig auf. Nach sechs Wochen sprechen Mediziner von einer chronischen Urtikaria.

Verschwinden die typischen Nesselsucht-Beschwerden nach wenigen Tagen oder Wochen und kehren nicht wieder, wird die Erkrankung als akute Nesselsucht bezeichnet.2

Bei einigen Betroffenen treten die Nesselsucht-Symptome jedoch regelmäßig auf. Nach sechs Wochen sprechen Mediziner von einer chronischen Urtikaria.

Einzelne

In mehr als 50 Prozent der Fälle lassen die Symptome bei dieser chronischen Verlaufsform bereits im ersten Jahr dauerhaft oder zumindest zeitweise nach.

Doch bei etwa der Hälfte aller Nesselsucht-Patienten brennt die Haut länger als sechs Monate. Bei schätzungsweise 20 Prozent treten die Symptome länger als drei Jahre auf, bei weiteren 20 Prozent länger als fünf Jahre, und bei zehn Prozent noch länger.2

Mehr Informationen über die mögliche Dauer einer Nesselsucht-Erkrankung finden Sie unter: Dauer der Nesselsucht: Wann ist meine Haut wieder gesund?

Ein Urtikaria-Tagebuch spürt die Auslöser der Symptome auf

Urtikaria-Tagebuch spürt Auslöser auf

 

Um die Auslöser der Nesselsucht-Symptome zu identifizieren, raten Dermatologen dazu, ein sogenanntes Urtikaria-Tagebuch zu führen.

In diesem Beschwerdetagebuch – in Papierform oder als NesselApp für Android-Mobilgeräte und iPhone und iPad – wird täglich notiert, wie lange, unter welchen Umständen und wie oft die Beschwerden auftreten. Die tägliche Dokumentation ist ein wesentlicher Bestandteil der Diagnose und einer Therapie.

Weitere Infos unter: Urtikaria-Tagebuch: Damit finden Patient und Arzt mögliche Quaddel-Auslöser

Nesselsucht-Symptome wie juckende Rötung der Haut lindern

Um die Beschwerden zu lindern, werden verschiedene Cremes und Gels verabreicht. Oft enthalten sie Antihistaminika. Antihistaminika in Tablettenform gelten als Standardtherapie bei chronischer Urtikaria.

Bringt auch die Standardtherapie keine Besserung, können Patienten mit Ihrem Hautarzt über weitere Behandlungsoptionen (z.B. Biologika) sprechen.

Darüber hinaus raten Dermatologen dazu, die betroffenen Hautareale zu schonen. Verletzungen durch Kratzen sollten vermieden werden. Die Nesselsucht-Symptome lindern viele Patienten zudem effektiv, indem sie ihre Haut mit kaltem Wasser kühlen oder auf weitere bewährte Hausmittel zurückgreifen.

Antihistaminika gelten als Standardtherapie bei chronischer Urtikaria


Quellen:
1 Hahn J, K. Hoffmann T; Bock B et al.: Notfall Angioödem – Eine interdisziplinäre Herausforderung. In: Deutsches Ärzteblatt, 2017; 114(29-30): 489-96. URL: https://www.aerzteblatt.de/archiv/192555/Notfall-Angiooedem. Zugriff am 4. Oktober 2017.
2 Maurer M, Weller K, Bindslev-Jensen C, et al. Unmet clinical needs in chronic spontaneous urticaria: A GA(2)LEN task force report. Allergy 2011;66:317–330.