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Juckender Hautausschlag:
Ist es Urtikaria?
  • Ein juckender Hautausschlag kann durch zahlreiche körperliche Prozesse verursacht werden. Infrage kommen neben Stress beispielsweise Allergien, Infektionen und verschiedene Hautkrankheiten – Quaddeln deuten auf Nesselsucht hin.
  • Bei andauernden und heftigen Hautreaktionen ist ärztlicher Rat gefragt. Gegen quälenden Juckreiz helfen Kühlungen. Das Kratzen betroffener Hautstellen sollte vermieden werden.

Juckender Hautausschlag: Ist es Urtikaria?

Ein juckender Hautausschlag geht typischerweise einher mit roten Flecken und einem Verlangen sich zu kratzen. Auch Bläschen, Schuppen oder Quaddeln können begleitend auftreten – und Rückschlüsse auf die Ursache geben: Steckt Nesselsucht dahinter? Eine Infektion oder Allergie? Wann sollte man zum Arzt? Was hilft?

Unser größtes Organ reagiert schnell und gut sichtbar auf unser Befinden: Die Haut verfärbt sich bei psychischer Anspannung – die Wangen röten sich, manch einer wird bleich.

Auch viele körperliche Prozesse zeigt unser äußerer Schutzmantel an: Ein Hautausschlag (Exanthem) kann durch Unverträglichkeiten, Virusinfektionen, Abwehraktivitäten unseres Immunsystems oder bestimmte Hautkrankheiten ausgelöst werden.

 

Ein häufiges Begleitsymptom bei Exanthemen ist unangenehmer Juckreiz (Pruritus). Was kann die Ursache eines juckenden Hautausschlags sein? Wann ist ein Arztbesuch erforderlich? Und wie können Betroffene einen akuten Juckreiz lindern?

Was kann die Ursache eines juckenden Hautausschlags sein?

Juckender Hautausschlag mit Quaddeln? Das könnte Nesselsucht sein!

Bilden sich neben plötzlichen Rötungen und einem brennenden Juckreiz obendrein Quaddeln auf der Haut? Dann könnte es sich um Nesselsucht (Urtikaria) handeln, eine der häufigsten Hautkrankheiten überhaupt.

Bei Quaddeln handelt es sich um gut sichtbare Erhebungen der Haut, die in Erbsengröße, aber auch großflächig auftreten können. Sie gehören zu den charakteristischen Nesselsucht-Symptomen – bilden sich aber mitunter auch bei anderen allergieähnlichen und allergischen Reaktionen sowie bei Kontakt mit Insekten- und Pflanzengiften.

Einige Nesselsucht-Patienten leiden außerdem unter sogenannten Angioödemen: Diese Flüssigkeitsablagerungen in den tieferen Hautschichten lassen die betroffenen Hautpartien stark anschwellen.1

Schätzungen zufolge leidet jeder vierte erwachsene Europäer mindestens einmal in seinem Leben an dem stark juckenden, aber nicht ansteckenden Hautausschlag.

Allein an der besonders hartnäckigen chronischen Nesselsucht-Form sind in Deutschland aktuell rund 800.000 Menschen erkrankt.2

Juckender Hautausschlag: Was könnte es noch sein?

Ein juckender Hautauschlag kann viele Ursachen haben. Infrage kommen neben Nesselsucht zum Beispiel:

Mögliche Hautausschlag-Auslöser

  • Infektionen durch Viren oder Bakterien, wie etwa Masern, Windpocken, Herpes, Pfeiffersches Drüsenfieber, Hand-Fuß-Mund-Krankheit, Scharlach oder Borreliose.
  • Medikamentenallergien oder -unverträglichkeiten, etwa bei Schmerzmitteln (wie Acetylsalicylsäure), bei blutdrucksenkenden Arzneien (wie ACE-Hemmern) und Antibiotika.
  • Andere Allergien und Intoleranzen, etwa auf bestimmte Nahrungsmittel, Lebensmittelzusatzstoffe oder Insektengifte.
  • Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Schuppenflechte (Psoriasis) oder die parasitäre Krätze gehen ebenfalls mit einem juckenden Hautausschlag einher.

Wann sollten Sie mit dem Hautausschlag zum Arzt?

Rufen ein kratziger Wollpullover oder das Auftragen eines neuen Hautpflegemittels einen leicht juckenden Hautausschlag hervor, sollte man auf diese offensichtlichen Auslöser künftig verzichten. Ein Arztbesuch ist nicht unbedingt erforderlich.

Doch bei andauernden und heftigeren Hautreaktionen ist ärztlicher Rat gefragt: Sie sollten unbedingt zum Arzt, wenn…

  • …die Haut extrem juckt, anschwillt oder schmerzt.
  • …der Hautausschlag von Fieber, Atemnot oder anderen Beschwerden begleitet wird.
  • …die Hautausschlag-Symptome urplötzlich und heftig auftreten.
  • …sich die Symptome über einen längeren Zeitraum allmählich entwickeln und immer weiter ausbreiten.

Juckenden Hautausschlag vom Hautarzt behandeln lassen

  • …unklar ist, was die Hautreaktion verursacht hat.
  • …der Hautausschlag nicht innerhalb weniger Tage wieder von allein verschwindet.
  • …die Symptome trotz einer begonnenen Therapie nicht verschwinden.
  • …der juckende Hautausschlag in Schüben auftritt.
  • …sich die Symptome des Hautausschlags auffällig verändern.
  • …gerötete Hautflecken auf Blutungen hindeuten.
  • …der Hautausschlag bei einem Kind auftritt.

Ausschlag: Was tun gegen den Juckreiz?

Wer unter juckender Haut leidet und sich Linderung verschaffen möchte, sollte folgende Tipps beherzigen:

Hausmittel gegen den Juckreiz

  1. Kühlen Sie den juckenden Hautausschlag – zum Beispiel mit einem kalten Waschlappen, kaltem Wasser oder einem Kühlgel aus der Apotheke.
  2. Kratzen Sie sich nicht – das kann das Jucken noch verstärken und zudem zu zusätzlichen Hautinfektionen führen. Besser ist behutsames Reiben oder Klopfen.
  3. Schneiden Sie die Fingernägel kurz – damit Sie die betroffene Haut nicht versehentlich im Schlaf zerkratzen.
  4. Verzichten Sie auf heiße Bäder und Duschen – das strapaziert die Haut zusätzlich.

Quellen:
1.Internetseite des UNEV - urticaria network e. V.: Alarmierende Anzeichen. URL: http://urtikaria.net/index.php?id=699. Zugriff am 8. Mai 2015.
2.Internetseite des UNEV - urticaria network e. V. URL: http://www.urtikaria.net/. Zugriff am 8. Mai 2015.